[Aktueller Song: "Labor Day (It's A Holiday)" von Black Eyed Peas]
Es ist schon komisch: Ich bin keine 20 Monate von Bonn weg, aber während ich hier die letzten Bonn-relevanten Einträge von Anfang 2007 recycle, kommt es mir vor, als wäre das alles wesentlich länger als 20 Monate her. Gut, in der Zeit ist wirklich viel passiert. Aber wirklich lang und so wirklich bin ich ja gar nicht weg. Trotzdem kommt es mir vor wie eine andere, jüngere, naivere Welt, in der ich den ganzen Tag saufen, rumhängen und Spaß haben konnte – damals, als Student.
Und jetzt? Jetzt bin ich alt, krank und berufstätig und schon der Gedanke an ein durchgezechtes Karnevals-Wochenende bereitet mir herbe Kopfschmerzen. Doch das ist längst nicht alles.
Da ich Bonn eigentlich nie richtig verlassen habe, auch wenn ich in Düsseldorf oder Köln wohnte, auch weil meine Familie da wohnt, finde ich mich immer öfter verwirrt in der Stadt wieder. Wo war nochmal die und die Kneipe? Das und jenes Geschäft? Und wie kam man gleich zu der und der Ecke der Stadt?
Kürzlich suchte ich mir für einen Briefkasten eine Wolf und wenige Tage zuvor fand ich doch partout nicht den Weg zu einer Kneipe in der Altstadt. Ein andermal schaute ich über den Rhein und sah ein nagelneues Hochhaus, das ich nicht kannte und dann sind da überall Kreisverkehre und Einbahnstraßen, die vorher sicher nicht da waren!
Verändert sich eine Stadt derart stark in so kurzer Zeit? Das behaupten ja Navi-Hersteller gerne.
Oder purzeln Erinnerungen und Wegpläne einfach hinten aus dem Kopf, wenn man neue dazupackt? Inzwischen finde ich in Köln jeden Weg, das wäre mir vor einem Jahr noch nicht passiert. Dafür stehe ich manchmal wie ein Tourist in Bonn und hätte gerne einen Stadtplan… kein gutes Gefühl.

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