Schlussmach-Prosa (Teil 1: Der Anruf)
29. April 2008 von CRen
Er war gerade 14 und das erste Mal richtig verliebt. Ihr Name war S. und er hatte sie auf der Konfirmandenfreizeit kennengelernt. Ein Klammerblues auf “November Rain” reichte aus, um die in Chiemsee-Jacke und Levis 501-Jeans gekleidete Gleichaltrige samt des Songs in sein Herz und seinen Verstand zu brennen. Sie trafen sich, die küssten sich nie, aber telefonierten regelmässig. Irgendwann, es muss ein Mittwoch gewesen sein, rief ein böser Junge ihn an und drohte ihm, die Finger von S. zu lassen, sie sei sein Mädchen. Im Hintergrund lief Autoscooter-Dancefloor und er konnte S. kichern hören. Fortan ließ er die Finger bei sich.
Fast anderthalb Jahrzehnte später traf er S. auf einer Ü30-Party wieder. Sie fand ihn wohl ganz gut und wollte nicht von ihm ablassen, gab ihm ihre Nummer. Er gab ihr keine und rief nie an.
Er fand das recht angemessen.
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Geschrieben in Allgemein | 0 Kommentare | Tags: Anruf, Auto, Autos, eng, Essen, Finger, Firma, Jeans, Junge, Mädchen, Party, Prosa, Song, Stand, Ü30, Ü30-Party
