Schlussmach-Prosa (Teil 10: “Wenigstens das kannst Du”)
10. Juli 2008 von CRen
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Sie stießen in einer Bonner Kneipe gegeneinander, es war so zwei Uhr in der Früh und sie waren sehr betrunken. Nach nur drei Minuten oberflächlichen Geplänkels knutschten sie draußen vor der Tür, als ob morgen die Welt unterginge. Sie war groß und blond und Kroatin, er war völlig sternig und in einer blöden Beziehung, aus der er sich dann auch schnell löste, weil er ja ihre Nummer hatte.
Sie trafen sich auf einen Rotwein zuviel bei ihr, es kam, wozu es kommen musste und er war plötzlich ziemlich verliebt. Sie auch, allerdings in ihren Ex, auch wenn sie das nicht zugeben wollte, weil sie mal ihre Arme geritzt hat. Solche Mädchen geben nie was zu, sind dafür aber sehr klug darin, andere auch dazu zu bringen, sich die Arme zu ritzen.
Irgendwann machten sie Liebe und er fragte sich, warum sie so uninteressiert wirkte. Das fragte er auch sie und sie antwortete, dass sie das “so nicht könne”. Dann griff sie neben ihre schimmlige Matratze und holte ein brummendes Gerät heraus und war plötzlich sehr interessiert. Er lag daneben und langweilte sich sehr und ging. Sie rief ihm nach, er solle “nächstes Mal Batterien mitbringen.”
Sie machten einige Wochen später Schluss, weil sie ihren Ex wirklich noch sehr mochte und er das und das mit dem Brummstab doof fand. Weil das so traurig war, trösteten sie sich auf ihrer schimmligen Matratze, ohne Brummstab. Als er ging, sagte sie: “Wenigstens das kannst Du.”
Irgendwie war er danach von großen, blonden Kroatinnen mit geritzten Armen kuriert.
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