31.07.08
Es ist 22.10 Uhr und es hat noch 28 Grad im Schlafzimmer. Das, wohlgemerkt, liegt im Schatten hinter einem Baum. Die Luftfeuchtigkeit beträgt gefühlte 500 Prozent und unterscheidet sich nur marginal von dem, was kochendes Spaghettiwasser produziert und das ist schon eine Erleichterung. Wer bei dem Wetter körperliche Arbeit durchzieht, ist selber schuld, aber warum muss ALDI auch ausgerechnet heute dieses Bett haben? Alle Teile gemeinsam, Bett, Rost, Matratze, wiegen so viel wie ein Leopard-Panzer und sie müssen in den zweiten Stock. Schon beim Anheben läuft der Schweiß in Strömen. Wer es richtig hart möchte, macht vorher noch einen Spaziergang im Wald am Bach, wo man von der heißen, feuchten Luft schockgedünstet wird, während einen tropische Moskitoschwärme auffressen.
30.07.08
... sagt das Bundesverfassungsgericht. Und verknackt die Bundesländer gleichzeitig zur Neuregelung der "Nichtraucherschutzgesetze. Super, finden die Kneipenwirte, doch der Sieg könnte ein übles Nachspiel haben, die Bundesländer könnten etwa die bereits vorhandenen Schlupflöcher einfach schließen. Zudem ließen sich die Richter zu folgender Weisheit hinreißen:Der Schutz der Bevölkerung vor den Gesundheitsgefahren durch Passivrauchen ist ein überragend wichtiges Gemeinwohlziel.
Das klingt ja beinahe so, als würde Passivrauchen automatisch zum Krebstod führen. Als würden Raucher nicht Tabak, sondern Plutionium konservieren. Und weil der "Schutz der Bevölkerung" vor den mordenden Rauchern so wichtig ist, können weniger "wichtige Gemeinwohlziele", etwa die Etablierung ausreichender Kindergartenplätze, die Verbesserung des Bildungssystems und die Renovierung des Renten- und Gesundheitssystems erstmal hinten anstehen...
30.07.08
Liebe xTown-Leser,Freunde,
Fans,
ich muss mich bei Euch entschuldigen: Leider leide ich aktuell unter einem Schreibkrampf. Es fühlt sich an, als sei die Vebindung zwischen Gehirn und Fingern unterbrochen, wodurch sich meine Schreibe massiv verschlechtert hat. Formulierungen und Gags finden einfach nicht mehr ihren Weg in die Textbox und wenn ich selbst lese, was ich hier schreibe, finde ich das beängstigend unoriginell.
Ich hoffe, dass das nur die Nachwirkungen der Arbeit mit Nerdautoren und sprachbehinderter Kundschaft sind. Han Solo war ja auch erstmal blind nach seiner Carbonit-Gefrierung, vermutlich haben zähe Monate bei einem Düsseldorfer Qualitätsunternehmen ähnliches bei mir bewirkt, mental gesehen.
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich seit neuestem Tarantino-Filme leiden kann, was per se ja schon ein Zeichen herannahender Unoriginalität, ja berauschender Langeweile ist. Vielleicht geht mir aber auch einfach das Wetter auf den Zeiger.
Der Schreibkrampf sollte sich aber in Bälde lösen! Bestimmt! Und es wird mich nicht dran hindern, hier meinen Unfug abzuladen, wo ja schon aus dem Kurzgeschichten-Ding nicht so recht was werden wollte.
Bis dahin alles Gute wünscht Euch
der CRen
29.07.08
[Aktueller Song: "Fuck Authority" von Pennywise]Wozu Urlaubstage nicht alles gut sind. Da hat man wirklich viel Zeit, sich über eigentlich marginale Dinge Gedanken zu machen und hat obendrein auch noch Zeit, anspruchsvollere Projekte in Angriff zu nehmen. Eines davon war die volle Festplatte im Macbook Pro. 120 Gigabyte, das ist nicht viel in Zeiten von 8-Gigabyte-Speicherkarten in der Digitalkamera. Und nachdem auch sehr progressives Löschen kaum Erleichterung brachte, entschloss ich mich heute, die Festplatte im Apple-Notebook zu tauschen. Einfach so.
28.07.08
[Aktueller Song: "The Last Race" von Jack Nitzsche]Quentin Tarantino's "Death Proof" ist als Film ganz großer Quatsch, aber trotzdem der wohl einzige Tarantino-Film bisher, den ich ganz gut fand. Nicht "kultig", nicht "genial", sondern einfach ganz OK. Eigentlich der zweite, Pulp Fiction war auch OK, also genauso "Oooo-Kay", nicht "genial" oder "kultig" und bestimmt nicht so genial, dass der Soundtrack die ganze Oberstufe lang auf jeder Party hoch und runter hätte gespielt werden müssen.
Nun also "Death Proof", ein vollkommen sinnloser Film über einen Stuntman, der Schlampengrüppchen mit seinem Auto umbringt. Warum? Das erfährt der Zuschauer nicht, genausowenig, warum Stuntman Mike diese riesige Narbe hat. Aber das ist wohl auch egal, die Hauptsache ist, dass die Mordwaffe ein 1970er Dodge Chargers ist, eines der geilsten Autos, die jemals gebaut wurden.
Und weil dieser Dodge Charger ziemlich oft in Aktion zu sehen ist, zusammen mit einigen anderen Muscle Cars, ist der Film schon ganz nett. Das Schlampengelaber, den dummen Plot, die schlechten Schauspieler, die stümperhaft für den "Kulteffekt" eingebauten Filmfehler und die Resthandlung hätte man aber eigentlich lassen können, es hätte wirklich gereicht, 90 Minuten den Dodge Charger beim Feldweg-Umpflügen zu filmen und dazu den wirklich brauchbaren Soundtrack abzuspielen. Dann wäre der Film nämlich ehrlich und damit wirklich gut gewesen!
28.07.08
[Aktueller Song: "Baby It's You" von Smith]Es ist schwül und drückend. Die alten, dicken Männer schwitzen und sind im Statler & Waldorf-Modus. Warum also nicht an den See mit Sandstrand fahren, um das Schaulaufen der pubertären Landbevölkerung zu kommentieren und vielleicht die ein oder andere Runde zu schwimmen?
Der Sandstrand glüht, doch die Liegedecke reicht zum Schutz, die Sonne hat sich heute etwas zurückgehalten. Es riecht nach Sonnencréme Faktor 30 auf schwitzenden Körpern, nach Flutschfinger und in altem Fett gewendeten Pommes.
Neben dem See ist ein Campingplatz, auf dem Dauercamper wohnen. Der ist hübsch gemacht, es gibt sogar einen eingezäunten Bereich, auf dem ein sehr kleiner nachgemachter Campingwagen mit Liegestühlen steht. Die Zwerge dazu sind wohl gerade schwimmen und irgendwo dröhnt Marianne Rosenberg aus einem tragbaren Radio vor einem Campingwagen. Die Gegenbeschallung übernehmen Halbstarke mit Migrationshintergrund mit ihren Handys.
28.07.08
...diesen Zeitgenossen aus Kerpen hier, dessen grandiose Intelligenzleistung es war, bei Gewitter unter seinem Regenschirm "Schutz zu suchen". Gefunden hat er ihn nicht, stattdessen fuhr der Blitz in die Metallspitze (!!!) des Regenschirms und erledigte den Kerl um ein Haar. Weiter schreibt der EXPRESS:Die Lebensgefährtin des Opfers musste das Unglück mit ansehen - sie blieb zum Glück unverletzt und alarmierte den Notarzt. Der bewusstlose Mann musste auf der Intensivstation behandelt werden.
Aus dem Unfall des guten Mannes kann man gleich zwei Dinge lernen: Erstens sucht man keinen Schutz unter Gegenständen, die man in der Hand hält und die wie Blitzableiter wirken. Und zweitens sollte man, wenn man schon so dämlich ist, wenigstens die Frau den Schirm halten lassen.
28.07.08
[Aktueller Song: "Back To Black" von Amy Winehouse]Ein Benz ist ein Benz ist ein Benz. Und wer schlau ist, sollte tunlichst vermeiden, seinen alten Benz direkt zu Mercedes zu geben, riet man mir jedenfalls zwischen den Zeilen im wohl großartigsten aller 190er-Foren. Da ich Werkstätten jedoch aus Prinzip und aufgrund sehr schlechten Erfahrungen eher skeptisch gegenüberstehe, stand ich heute morgen bereits mit dem unguten Gefühl auf, im Lauf des Tages massiv über den Tisch gezogen zu werden. Dennoch: Inspektion muss sein!
28.07.08
[Aktueller Song: "Porcelain" von Moby]Gerade musste ich beim Winkel lesen, dass er ein Date hatte, bei dem die junge Dame folgendermaßen nach der Toilette fragte:
“Herr Ober, wo kann ich denn hier kurz mal austreten? Ich glaube, ich bekomme gerade ein Snickers gefaxt.”
DEN kannte ich wiederum noch nicht in dieser sehr unappetitlichen Form, weshalb ich sofort darüber nachdachte, welche Synonyme es eigentlich gibt, um auszudrücken, dass man sich nun eine etwas längere Toiletten-Sitzung verabschiedet. Die Liste ist beachtlich! Während Kinder am liebsten "A-A machen", scheinen die anderen Synonyme für's Koten eher direkt mit der Konsistenz des zu erwartenden Schisses zusammenzuhängen. Grillfreunde gehen etwa "ein Ei legen", während sich Vegetarier und andere Körnerfresser wohl eher ein "Snickers" oder sogar ein "Corny" aus dem Kreuz drücken. Kassiererinnen gehen "an die 17", während der verprollte Azubi wohl eher "fett abkacken" geht. Schwule und Frauen machen "ein Häufchen" und Geschäftsleute haben "ein Meeting". Männliche Teenager bevorzugen das proletenhafte "Abscheißen" und Leckermäuler gehen natürlich nicht einfach aufs Klo, sondern "das Nutellaglas füllen". Derweil möchten Menschen mit latentem Rassismus gerne mal "Neger abseilen" oder sogar "abschieben". Pfui!
28.07.08
[Aktueller Song: "Marseille La Nuit" von IAM]Scheiden tut weh, sagt man.
In meinem Fall war das Scheiden mehr eine Loslösung vom Schmerz eines Jobs, der mir sehr unangenehm war. So unangenehm, dass ich auf die klassische Cocktailparty-Frage nach meinem Job immer verhalten reagierte und versuchte, auszuweichen, fast so, als würde ich meinen Körper für fiese alte Männer aus der Ostzone verkaufen. In gewisser tat ich das auch, nicht den Körper, aber den Geist. Nicht für fiese alte Männer, aber für ein Medium, dessen Wert ausschließlich von fiesen alten Männern ohne Internet geschätzt wurde, wer mich kennt, weiß, wovon ich rede.
Es gab Momente, in denen ich am liebsten einfach gegangen wäre. Gut, die gibt es in jedem Job, aber die Leserhotline am motivatorisch ohnehin fragwürdigen Mittwochnachmittag war eine Qual biblischen Ausmaßes. Da riefen sie alle an, die alten, zurückgelassenen Stasi-Männer, die nicht nur mit ihrem bürokratischen Befehlston, sondern auch mit ihrer absoluten Ohnmacht der englischen Sprache echten Ekel bei mir auslösten.
Oft habe ich mich gefragt, wer diese fiesen, alten Männer wohl sein mochten und was sie taten, wenn sie mich nicht anriefen.
Also fragte ich sie.







Thu, 20.11.2008 13:37