Was soll eigentlich die Aufregungs um das neue Urheberrecht? Wenn man den Worten von Justizministerin Brigitte Zypries im Spiegel Online-Interview Glauben schenken darf, ist alles nicht so schlimm, wie behauptet wird:
Es ist schlicht falsch, dass wir mit der Novelle aus CD-kopierenden Kindern nun Kriminelle machen. Bei den Privatkopien bleibt es bei der geltenden Rechtslage. Das heißt konkret: Privatkopien sind weiter zulässig.
Nur eben nicht, wenn die Sachen kopiergeschützt sind.
Offensichtlich haben manche Menschen das Prinzip nicht verstanden und glauben, dass es ihr naturgegebenes Recht ist, CDs und DVDs zu kopieren und im Freundeskreis zu verteilen. Das Blog Agrovibes verurteilt diese Menschen als Netzkommunisten und auch xTown.net möchte sich diesem Urteil anschließen.
Vor allem nervt das Geplärre, dass dank der weggefallenen Bagatellklausel nun auch raubkopierende Schüler und Studenten bestraft werden können “wie Kinderschänder”, wie in vielen Blogs zu lesen war.
Das schlägt dem Fass doch den Boden aus: Schüler und Studenten können pro Woche 100 Euro von Papas Kohle in drittklassigen Diskotheken versaufen, 50-Euro-Klingeltonabos haben und sich teure Elektronik-Geräte und Spielekonsolen respektive iPods kaufen, haben aber für ein, zwei popelige CDs im Monat kein Geld? Da kann doch was nicht stimmen.
Wobei: Für Chart-Schrott Geld auszugeben, Jeanette Biedermann oder Juli, das ist ohne Frage Geldverschwendung. Vielleicht einfach mal richtige Musik hören?
Außerdem: Songs gibt es schon ab einem Euro bei den einschlägigen Download-Diensten und CDs ab einem Euro von Ebay. Insofern also: Von wegen teuer.
Zumal es ja auch schön sein kann, echte CDs zu besitzen nicht die ganze Platte mit heruntergeladenem Schrott zu zuballern. Songtexte, Cover-Kunst und das Gefühl, etwas in der Hand zu halten ist durch nichts zu ersetzen. Das ist doch schon 15 Euro wert.
Im Plattenschrank sieht ohnehin nichts so beschissen aus wie gebrannte CDs und auf der Festplatte geht der beste Song in der Masse unter. Von Liebe zur Musik kann bei vielen Zeitgenossen also keine Rede sein, diese Leute sind eigentlich mit der normalen Radio-Berieselung völlig bedient.
Witzigerweise kann man Filesharer und Hardcore-Downloader auch daran erkennen, dass sie den iPod grundsätzlich scheiße finden, denn, man höre und staune: “Das Ding hat kein Radio!” UKW-Empfänger für die Hosentasche kosten ein paar Cent und brauchen heutzutage kaum Batterie, nur als kleine Anmerkung für diese Menschen.
Wenn man natürlich JEDEN SCHEISS haben muss, um sich vor seinen Mitpubertierenden zu profilieren, sollte man das Geld vielleicht am besten in ein Therapie investieren.
Im Anbetracht solcher Schrott-Musik-Hörer ist es eigentlich nur rechtens, dass für Musikschänder die gleichen Strafen gelten wie für andere Straftäter!

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