“Das ist keine Luft, das ist CO2″: Klimabotschafter im Einsatz

Das ZDF weiß: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.

Das ZDF weiß: Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.

—Aktueller Song: “I’ll Begin Again” von Dropkick Murphys—

Wer die Jugend hat, hat die Zukunft.

Dieser propagandistische Allgemeinplatz wird Lenin zugeschrieben, doch hätte er auch von Stalin, Hitler oder Kim Jong-Il Kim Il-Sung stammen können, schließlich konzentrieren sich totalitäre Regime traditionell besonders auf die ideologische Nachwuchsförderung. Die Nazis hatten die Hitlerjugend, die DDR die Freie Deutsche Jugend, die Sowjetunion den Komsomol und Nordkorea legt bis heute junge Parteigenossen mit dem gerade frisch umbenannten “Sozialistischen Jugendverband Kim Il-Sung” auf die richtigen Gleise. Die dieser Art eingenordete Jugend wird dann auch gleich vom Regime zur Denunziation eingesetzt, jeder der unter solchen Regierungen mit Kindern arbeitet oder lebt, muss sich deshalb doppelt vorsehen.

Da ist es kein Wunder, dass auch die auf ihre ganz eigene Art totalitär eingestellte Ökologismusbewegung sich in die Köpfe der Kinder schleichen will. Überall in Deutschland, etwa in Bonn, werden derzeit Kinder von “Klimabotschaftern” auf Linie gebracht oder zu eben solchen ernannt. “Klimabotschafter” ist Neusprech für eine besonders perfide Form des ideologischen Missbrauchs von Kindern: Diese werden erst mit “Wahrheiten” des Ökologismus gefüttert – etwa dass Eisbären auf der Stelle tot von ihrer schmelzenden Scholle fallen, wenn man zuhause das Licht anmacht oder sich von Mutti im SUV zur Schule kutschieren lässt –, um anschließend als kleine Blockwarte auszuziehen, Mutti und Vati darüber zu belehren, wie man klimakorrekt und umweltfreundlich lebt. Darüber sind die Eltern natürlich unendlich dankbar, schließlich gibt es nichts Schöneres als naseweise Grundschüler, die als eine Art Klimagestapo hinter den Eltern her laufen und ökologisch korrektes Verhalten einfordern. Das Thunfischsandwich ist dann nicht mehr bloß kindlich-widerlich, sondern gleich auch eine Ökosünde, die umgehend der natürlich politisch korrekt grün eingestellten Grundschullehrerin gemeldet wird. Unterfüttert wird dieses System dann auch noch durch eine Art Bonussystem, in dem Kinder besonders ökohafte Altklugheit belohnt bekommen. Das wiederum baut Druck bei den Eltern auf, schließlich möchte niemand die Zukunft seines Nachwuchses ruinieren, weil der Lehrkörper die Familie für Umweltsünder und asoziale Klimakiller hält. Also wird aus Angst vor Konsequenzen rechtzeitig das Licht ausgeknipst, bevor der arme Eisbär von seiner Scholle fällt.

“Das ist keine Luft, das ist CO2″ sagt ein kleiner Junge altklug in einer kurzen Doku des ZDF und wird dabei von der Klimabotschafterin positiv verstärkt. Dieser kleine Satz zeigt, wie weit es inzwischen gekommen ist: CO2, also Kohlendioxyd, also die Bläschen in der Mineralwasserflasche, wird inzwischen allgemein als böses Klimakiller-Gas wahrgenommen, ohne dass den Kindern dabei mitgegeben wird, dass CO2 auch Leben bedeutet – ohne Kohlendioxyd können Pflanzen keine Photosynthese betreiben, Leben wie wir es kennen, wäre damit auf der Erde unmöglich. Die Pflanze bindet das Kohlenstoffatom im Kohlendioxyd im Rahmen der Photosynthese und wirft dafür “guten” Sauerstoff aus. Die Ächtung von CO2 ist ähnlich hirnverbrannt wie die ewig propagierte Lüge der Endlichkeit der Ressource Wasser, die in einem geschlossenem System wie einem Planeten nicht möglich ist, solange niemand im großen Stil Wasser auf einen anderen Planeten ausführt oder H2O dauerhaft in etwas anderes verwandelt. Wasser steht auf der Erde so lange unendlich zur Verfügung steht, wie nur genügend Klärwerke und die Natur es ausreichend aufbereiten, Wassermangel ist demzufolge kein Resultat von fehlenden Wassermengen, sondern von – politisch verursachter – Unfähigkeit, Wasser vernünftig zu verteilen und aufzubreiten. Genau wie auch die Ursachen von Welthunger – auch eine ewige Baustelle der “Guten” in den Schulen der Repubklik – nicht bei böser Gentechnik oder dem Klimawandel zu suchen sind, sondern bei den drittklassigen politischen Systemen gewisser Länder.

Aber warum die kleinen Kinderköpfe mit derlei komplexen naturwissenschaftlichen und politischen Zusammenhängen nerven, wenn es der guten Sache dient und andernorts gerade niedliche Knut-Eisbären – die sich übrigens in freier Wildbahn kleine und große Klimabotschafter zum Frühstück reinziehen würden – ersaufen? Nein: Die Lehre des Ökologismus ist unumstößlich, auch wenn sie so bar jeder Vernunft sind, dass ihre Protagonisten von “genfreiem Essen” und einer “kohlenstofffreien Wirtschaft” oder gar Welt schwafeln, was eigentlich nur dann möglich ist, wenn auf einem Planeten ausschließlich große Kieselsteine kleine Kieselsteine äßen und noch kleinere Kieselsteine als einziges technisches Gerät, Wirtschaftsgut und Zahlungsmittel verwendeten. Aber selbst dann hätten die Immerguten schon wieder was zu meckern und würden für die Rechte der kleinen Kieselsteine und gegen die Ressourcenverschwendung der noch kleineren Kieselsteine eintreten.

Totalitäre Apparatischiks Klimaschützer und Umweltfreunde freuen sich natürlich darüber, schließlich dient die Kinderkopf-Unterwanderung doch der “guten Sache”. Doch die gute Sache, nunja, die ist historisch gesehen leider ziemlich flexibel und wirklich alles andere als absolut: Die Römer hatten Spaß an ihren Gladiatorenkämpfen, die Katholiken waren früher der unumstößlichen Ansicht, das Hexenverbrennungen richtig wichtig für nachfolgende Generationen sei, die Sklaverei diente ihrerzeit genauso der guten Sache wie die gezielte Vernichtung diverser Ureinwohnerpopulationen weltweit oder die Unterdrückung sexueller oder weltanschaulicher Minderheiten. Natürlich hielten stramme Nazis die “Endlösung der Judenfrage” und den zweiten Weltkrieg anfangs für eine ziemlich gute Idee, von den Kommunisten ganz zu schweigen, deren millionenfachen Massenmorde im Dienste der superduperguten Sache heute schon fast allgemein verziehen sind.

Die “gute Sache” ist also in der Rückschau normalerweise ganz und gar nicht gut, weshalb man sie schon in der Gegenwart dringend hinterfragen sollte. Aber spätestens, wenn sie totalitäre Züge annimmt, wie es derzeit beim Ökologismus zu beobachten ist, sollte man auf jeden Fall auf der Hut sein. Die gezielte Unterminierung naiver Kindergedanken mit anschließender Meldung des Familienverhaltens in der Schule jedenfalls ist außerordentlich bedenklich.