Zwei Tage Holland, eine Freundin hatte Geburtstag und ein Ferienhaus angemietet. Es waren schöne zwei Tage: Genug Reinfleisch-Kalorien für eine Woche aufgenommen, zwei Packungen Kippen am Tag geraucht und an beiden Abenden mehr Bier vernichtet als sonst in einem Monat. Insgesamt also ein gelungener Ultrakurzurlaub, wäre da nicht dieses Trampolin gewesen, das im Garten stand.
Trampoline sind Höllenmaschinen: Das schwebende Gefühl beim Hüpfen, der Wind in den Haaren, dem Himmel so nah… Zuletzt 1988 genoss ich als 9-Jähriger in Spanien diesen Spaß, leider wird der inzwischen grundüberschattet von all diesen Internet-Trampolin-Unfall-Videos, bei denen schon das Zuschauen schmerzt. Und das Netz ist voll davon! Genau wie die Zeitungen mit Vollidioten, die sich auf einem Trampolin in die Querschnittslähmung gehüpft haben. Dazu die Vernunft der neuen Elterngeneration, die sich trotz massiven Widerstands und trotz der nicht vorhandenen Kinder langsam in mir breit macht. Mit anderen Worten: Ich habe einen Heidenrespekt vor diesen Dingern.
Gleichzeitig schreit aber das kleine, nervige Kind in mir permanent nach dem Nervenkitzel, den eben das Risiko einer überaus schmerzhaften Verletzung mit sich bringt. Es dauerte keine 24 Stunden, da war auch ich endlich auf dem Trampolin.
Nur so viel: Untrainierte 100 Kilo Mann geben ein vorzügliches Sprunggeschoss ab. Ich hüpfte höher und höher und um ein Haar wären mir mindestens drei der Videounfälle gleichzeitig passiert, aber ich konnte es gerade noch verhindern, Körperkontrolle, die Nummer.
Nach etwa 20 Minuten Hüpferei kam ich dann massiv aus der Puste und plötzlich, irgendwo zwischen zwei Sprüngen, knackploppte es irgendwo sehr laut unten in der Wirbelsäule. Als ob zwei, drei Bandscheiben gleichzeitig zerrissen wären. Aber so richtig.
Zwei, drei Sprünge versuchte ich es noch, dann stellten sich stechende Schmerzen im Lendenwirbelbereich ein, die bei jedem Sprung schlimmer wurden. Abgesattelt war ich kaum in der Lage, aufrecht zu gehen. Und heute? Heute tut das Kreuz immer noch weh und ich habe den Muskelkater meines Lebens. Soviel also zum Thema Sport.
Trotzdem: So ein Wirbelkiller ist Anschaffung Nummer 1, sobald ich mal einen Garten habe. GESCHWOREN!
Und weil’s so schön war, hier noch ein paar fiese Unfälle:

No Comments on "Der alte Mann und das Trampolin"
Additional comments powered by BackType