Ein fetter Diss geht raus an…

Die Deutschen sind vielleicht kein Volk von Volkstribunen, aber eines von Oberlehrern.

schreiben Markus Brauck, Frank Hornig und Isabell Hülsen auf Spiegel Online und watschen damit die ewig naserümpfenden Besserblogger wie Herrn Niggemeyer oder Jens Berger als “Beta-Blogger” ab. Letzterer freilich lässt das nicht auf sich sitzen und schreibt gegen die Ungerechtigkeiten an, die Spiegel Online ihm angetan hat:

Ein Fußballverein wie der FC. St. Pauli, der in der Zweiten Liga spielt, hat auch wesentlich mehr Charme und Authentizität, als ein kommerziell erfolgreicher Retortenklub der Ersten Liga.

Die erste Liga sei also ein Retortenclub, der wahre Fußball — oder das wahre Blogging — fände man eben nur in den hinteren Reihen. Glaubt er. Und gibt damit automatisch die lausige Qualität des vermeintlichen politischen Gegenmediums Blog preis: Um ordentlich arbeiten zu können, sei schließlich Geld nötig, aber eigentlich sei der Amateur ja sowieso besser als der Profi, wie der Medienalltag zeige. Denn die Journalisten, das wisse man ja inzwischen, wenn jeder, der

sich die journalistische Realität anschaut, die von Stellenstreichungen, Abgabedruck und wirtschaftlichen Aspekten bestimmt ist, wird konzedieren müssen, dass der „Amateur“ mehr Zeit und mehr Freiraum hat, in alle Richtungen zu recherchieren, als der „Profi“.

Der Journalist an sich als aussterbende, nichtswissende Berufsgruppe, der selbsternannte A(mateur)-Blogger als das evolutionäre Sahnehäubchen moderner Publizistik. So gehört sich das!

Am Ende wird noch in bester A-Blogger-Manier nach Fehlern gesucht, um der Artikelkritik die nötige Schwere zu geben:

Einen Artikel “Blog” zu nennen, grenzt derweil an Dämlichkeit.

Stimmt! Aber wie dämlich ist es eigentlich, sich über blogkritische Artikel bei “etablierten Medien” aufzuregen? Am besten noch gegenüber Menschen, die einem ohne den Schutz des Internets gehörig die Meinung husten würden?

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