Es ist Zeit für eine neue Neiddebatte!

Hier wohnen keine Hartzis, sondern Studenten

Hier wohnen keine Hartzis, sondern Studenten

[Aktueller Song: "All Day and All of the Night" von The Kinks]

Langsam reicht es wirklich, immer dieses Hartzi-Gejammer, dieses Linksparteigewähle, dieses den anderen ans hart verdiente Einkommen wollen! Es ist Zeit für eine neue Neiddebatte!

Es fasziniert mich immer wieder, wie die Deutschen zu ihrem Einkommen stehen: Wer Geld hat, vermeidet, das herauszuposaunen. Und wer keines hat, nunja, der eben auch. Als hätte man was zu verstecken. Als wäre es schändlich, nicht in der Einkommensklasse zwischen 1.300 und 2.100 Euro netto zu liegen.

Ich persönlich bin ja ein großer Freund davon, jedem jederzeit genaue Auskunft über meine finanzielle Lage zu geben, so auch jetzt: Das VERDAMMTE KONTO IST SO LEER, DASS ICH EBEN MIT EINEM FAST LEEREN TANK SCHEISS PFANDFLASCHEN WEGBRINGEN MUSSTE, UM MIR KIPPEN ZU KAUFEN! Ja, verdammt, so schaut’s aus. Demütigend fand ich das aber nicht, eher nervig. Nebensache, denn die Rechnungen über mehrere Bruttoregistertonnen Euromünzen liegen bereits im Drucker. Aber zurück zum Verhältnis der Deutschen zu ihrem Einkommen.

Interessant ist ja, das es hierzulande peinlich zu sein scheint, wenn man Geld hat. Dabei ist das doch ein äußerst erstrebenswerter Zustand. Frage irgendwen auf der Straße, was er vorziehen würde: Gesundheit oder unfassbaren Reichtum, ich bin mir sicher, er wird “Reichtum” sagen und danach weiter an seinem fünften 1-Euro-Cheeseburger herumkauen. Wobei ja gerade auch der regelmässige Besuch einer Burgerbräterei für Reichtum spricht, denn so billig, wie die Kultur- und Ernährungswächter das gerne hätten, ist das ja auch nicht. Billig sind die Nudeln mit Pesto, die ich seit Tagen esse! Und dem Körper ist bekanntlich egal, ob er jetzt ein Brötchen mit Rindfleisch, Fett und Salat in Form eines Big Macs oder in Form eines Gaspaccio-Rucola-Ciabatta mit kaltgepresstem Bio-Olivenöl bekommt.

So hat der Deutsche auch absolut keine Schwierigkeiten damit, eventuell vorhandenen Reichtum in Form eines riesigen SUVs oder einer gigantischen Villa zum Ausdruck zu bringen. Doch sobald es auf einer Cocktailparty um das leidige Thema Einkommen geht, schrumpfen sie alle in ihren Maßanzügen zusammen, statt einfach zuzugeben, dass es diesen Monat mit 65.000 Euro brutto als Berater eines Großkonzerns eher schlecht lief.

Auch auf der anderen Seite sieht es nicht besser aus: Es gibt Menschen, die immer wieder darüber jammern, viel zu wenig zu haben – kein Wunder, wenn man das ganze Hartz-Gehalt für nutzlose Teleshopping-Produkte verbrät. Dabei sind Hartz IV-Empfänger in Deutschland, rechnet man Wohngeld und sonstige Begünstigungen dazu, doch noch immer Teil der Schicht der Besserverdienenden.

Während sich viele Freiberufler und Angestellte mit Kind für ein 1.400-Euro-Netto den Hintern scheckig arbeiten, von dem noch Miete, Strom und allerlei Kindergedöns bezahlt werden müssen und den Nachwuchs deshalb in den – aus der Not kurzum zum “In-Viertel” erklärten – Slums einer beliebigen Großstadt aufziehen dürfen, kann sich der Hartzi mit Kind über fast gleiches Geld, aber eine staatlich subventionierte Wohnung in bester Lage freuen. Denn für jede Stadtverwaltung seit 1968 ist es ein absolutes Prestigeprojekt, eingestampften öffentlichen Bauraum in teuren Wohngebieten mit Sozialwohnungen für das prekäre Gesindel vollzumüllen und damit die Wohnlage zu ruinieren. Bester, modernster Wohnraum, nur mit Wohnberechtigungsschein, 65 Quadratmeter für 300 Euro warm, während sich im Haus nebenan Freiberufler mit 60-Stunden-Woche im für 700 Euro gemieteten unsanierten Altbau-Wohnraum jeden Winter den Hintern abfrieren. “Angleichung des Mietspiegels” ist ein Euphemismus, der gern dafür verwendet wird.

Derweil wählt das Empfängergesindel fröhlich Links von Links, denn es ist einerseits neidisch auf den unsäglichen Reichtum derer, die Glück hatten und tatsächlich eine Villa besitzen, sehen aber nicht, was da an Arbeit dahintersteckt. Stattdessen rauchen sie am Fliesentisch, das Gesundheitssystem mit ihrer alkoholisierten Fettleibigkeit in den Untergang reitend, und jammern über den Staat, ohne den sie weder rauchen, noch am Fließentisch sitzen könnten, sondern wie anno tobak eben auf der Straße herumlungern müssten, um für eine Schüssel Erbsensuppe am Tag zu arbeiten oder ihren leprösen Körper in einer dunklen, rattenverseuchten Ecke zu verkaufen und mit 30 an Altersschwäche zu sterben, wie es sich gehört. Aber nein: Es wird gewählt, damit die, 60 oder 80 Stunden die Woche arbeiten, noch mehr abgeben müssen, um den dandyhaften Lebensstil derer, die bei jeder Gelegenheit vorgeben, nichts zu haben, zu finanzieren.

Das KANN nicht so weitergehen! Es ist Zeit für eine neue Neiddebatte, aber eine in der richtigen Richtung: Wer für Dauerferien eine geile Wohnung und noch Taschengeld bekommt, sollte Objekt des Neides werden! SUV-Fahrer mit 80-Stunden-Woche sollten neidisch auf solche Typen sein, weil sie Zeit für ihre fetten Kinder und ihre Lieblingssendungen im Fernsehen haben!
Den Hartzis sollte automatisch für die Dauer seines Daseins als Leistungsempfänger das Wahlrecht entzogen werden! Sonst ufert die rote Pest noch weiter aus. Denn Sozialisten wissen: Nur der, dem es schlecht geht, wählt rot. Warum sollten Linkspartei, SPD und ihre Gesinnungsgenossen also etwas an der Situation der Hartzis ändern?