So, mir reichts. Eigentlich war ich Linux, besonders Ubuntu und dem Ableger Ubuntu-eee, echt wohl gesonnen. Es war schnell und problemlos auf dem eeePC installiert, sieht schick aus, läuft wesentlich schneller als Windows XP, OpenOffice sieht auch besser aus als XP…
Bis, ja bis ich versuchte, diese ver*%&!!! Tap-Funktion des Synaptics-Touchpad vom eeePC auszuschalten. Wer immer die erfunden hat, möge in der Hölle schmoren: Der “Tap”, das weiß ich jetzt, ist dieser lästige Klick, der bei Berührung des Touchpads ausgelöst wird und mit dessen Hilfe sich mühelos die Schreibarbeit mehrer Stunden vernichten lässt – ganz wie von selbst!
Nun wollte ich dieses leidige Tapping also deaktivieren. Und musste dabei in die fürchterliche Welt der Linux-Foren abtauchen…
Schön, das möchte ich hier vorab sagen, war das nicht.
Ich stelle mir den typischen Linux-Fan (nicht: User!) ja ungefähr so vor wie den Comicsammler-Typ bei den Simpsons: Das “Ekelpaket” ist Mitte 30, fett, schmierig, Heavy-Metal-Shirt. Immer langhaarig, gerne offensiv proletenhaft und für das andere Geschlecht ungefähr so attraktiv wie Fußpilz.
Alternativ gibt es in meiner Vorstellung auch den Typ “Gollum”: Blass und hager, einsam, weibisch-pubertär, linkisch, picklig, wortkarg, mit lemurenhafter Physiognomie – das geborene Opfer.
Typ 3, und den muss ich mir nicht vorstellen, weil ich ihn bereits mehrfach erlebt habe, ist weiblich und immer eine Mischform aus beiden, eine wahre “Fürstin der Finsternis”, oft gepierced oder tätowiert, die zwar alle Manowar-Platten kennt, aber nicht versteht, warum sich andere Frauen immer die Axelhaare wegmachen und haben genau deswegen auch oft ein Ekelpaket als Freund.
Zusammen ergeben diese Typen einen großen Haufen menschliches Elend und viel zu viel Freizeit. Hier kommt Linux ins Spiel: Um etwa etwas ganz einfaches zu machen, vielleicht Touchpad-Treiber einstellen, kann schonmal Stunden dauern. Oder Tage. Oder die Lösung wird niemals irgendwo erscheinen.
Ohne jetzt alle Linux-Fans über einen Kamm scheren zu wollen: Es gibt sie sicher, die normalen, die, die Freunde, Familie, vielleicht sogar einen Partner, gar ein Leben haben. Es mag sie geben! Dummerweise, und genau das ist das Problem, haben die niemals Zeit, sich so richtig gut mit Linux auseinanderzusetzen. Oder treiben sich fragend in den Foren herum. Möglicherweise entsprechen 99,99 Prozent aller Linux-User keinem der obengenannten Klischees, aber wie soll man das glauben, wenn man sich durch die Foren liest?
Ich suchte also nach einer Lösung für das leidige Tap-Problem, das mir soeben wieder gute 30 Zeilen Text gekillt hat – zum Glück gibt es Strg-Z, auch unter Linux. Und wälzte ich erst Google, um schließlich in diversen Linux-Foren zu landen.
100 Mal die Frage: Wie stelle ich den verdammten Tap ab?
99 Mal die Antwort: “Ändere in der xorg.conf dasunddas.”
NICHT, dass das so einfach wäre. Denn zwischen den normalen Menschen und den Spaß am Linux-Betriebssystem hat Chef-Nerd Richard Stallman in einer unheiligen Allianz mit Linus Torvalds und einer Armee gleichgesinnter Kellerkinder den vi-Editor gesetzt.
vi, das ist Textbearbeitung wie 1943, als man noch mit analogen Drehknöpfen tippte. Und es wäre ja auch wirklich ZU einfach, wenn einfache Dinge wie die Return- oder die Backspace-Taste dort funktionieren würden. Nein, der vi-Editor ist der Cerberus der Linux-Hölle. Und um diese blöde Zeile umzuändern, musste ich mir erstmal Grundkenntnisse über den Editor erwerben. Also wieder Google… Zeile geändert… Neustart… klappt nicht.
Wieder in die Webforen geschaut, wieder zahllose Einträge anderer armer Seelen mit vi-Trauma mit der gleichen Frage gefunden, nur dummerweise keine Antwort. Stattdessen wird lieber auf sinnlos nerdige Ego-Masturbation gesetzt:
Hilfloser Linux-Neuling: “Es klappt trotzdem nicht?”
Ekelpaket: “Dann kompilier” Dir doch einen Kernel.”
Neuling: “Ein WAS?!”
Gollum: “Ja, das ist doch ganz einfach, oder probier das hier: (seitenlanges Listing zum Abtippen für den vi-Editor, der, wie sollte es anders sein, natürlich kein Copy-Paste aus dem Browser erlaubt.)”
Neuling: “Äääähhhh,…?”
Fürstin der Finsternis: “Hast Du schonmal GnuX11QuatschKramtool.conf editiert?”
Gollum; “Das bringt doch nichts wegen dem XServer, da muss man erstmal…”
Ekelpaket: “… aber wenn man den Kernel kompiliert und bei Grub in der Zeile krob xy eingibt, dann…”
Gollum: “Also ich benutze sowieso kein Ubuntu, sondern Debian.”
Fürstin: “Debian ist ja wohl voll doof.”
Ekelpaket: “Aber wenigstens kann man da den Kernel…”
usw. usf.
Der Menschenkenner merkt schnell: Das auf den ersten Blick expertise Fachwörtergeschmeiße dient nur der Deckung der Tatsache, dass sie eigentlich auch gar keine Lösung für das Problem kennen. Denn ihre aufdringliche Fachsimpelei samt Fadenverlust der eigentlichen Frage soll darüber hinwegtäuschen, dass sie Linux mit all seinen Facetten sowieso nicht verstanden haben. Krallt man sich in einem solchen Forum eins der Kellerkinder, beharkt es um der Antwort willen, kommt irgendwann der finale Ausstieg: “Ne, ich habe eine andere Distribution, DA hat das auch so geklappt.” Ein wenig Standardisierung jenseits der Kernelfummelei würde auch einem offenen Betriebssystem offensichtlich ganz gut stehen.
Eine Antwort allerdings bleiben die Nerds einem schuldig, was daran liegen mag, dass sie in ihrer kleinen Kommandozeilenwelt noch immer in den frühen 90ern leben, als Linux noch schwarzweiß war und Kurt Cobain noch lebte – der sich vermutlich erschossen hat, weil er es auch mit Linux versucht hat.
Aber Cobain hin oder her, das ist lange her, Linux hat sich weiterentwickelt! Jawoll! Das ist jetzt bunt und funktioniert gaaaaaanz einfach! Sagen zumindest die Ubuntu-Anhänger. Also ganz problemos im Paketmanager das Gnome-Paket gsynaptics ausgewählt, smart die verknüpften Pakete installieren lassen, cool auf “Anwenden” geklickt und absolut keine Wirkung erzielt.
Das verdammte TouchpadDie Foren habe ich dann gar nicht mehr gefragt.
Die Erkenntnis nach stundenlanger Frickelei und Surferei: Ich habe tatsächlich sechs Stunden meiner ungünstigenfalls ohnehin nur noch sehr knappen Lebenszeit damit verschwendet, eine Touchpad-Funktion zu deaktivieren. Erfolglos. Und zwar bei einem Linux, das dediziert für eeePCs gebaut wurde!
Unter Mac OS X macht man das mit einem Klick. EINEM KLICK! Und unter Windows XP jagt man einen Treiber ins System, mit dem das dann auch klappt.
Ich glaube, das mit dem Linux lasse ich jetzt erstmal. Sobald ich zuhause bin, wird wieder Windows auf die Kiste gemacht. Da gibt es zwar zig Probleme, die alle sind jedoch in den letzten Jahren bereits ausgiebigst gelöst worden! Derweil können die Kellerkinder sich gerne weiter einen auf ihr ach-so-geiles Betriebssystem schrubben. Das Schlimmste daran ist allerdings, dass sich seit 2001, als ich das letzte Mal grauenhafte Linux-Experimente mit meinem damaligen PC startete, absolut NICHTS geändert hat, weder in Sachen Hardwareerkennung, noch in Sachen Einstiegsfreundlichkeit, noch im Umgang in den Foren mit den Newbies.

22/08/2009 at 19:34 Permalink
lol
100% real satire.
der is ja mal geil
nur die letzten 2 absätze sind schwach.
aber eine automatische hardware erkennung gibt es, du bist der beweis, sonst hättest du wohl keim ein linux installiert gekriegt
lg, markus
ps: linux != windows
16/09/2009 at 10:37 Permalink
ich finde Linux ist was geniales, man kann sein System quasi “fast” selbst bauen (bei Gentoo, geht das glaube ich so!)und man ist UNABHÄNGIG!! nicht wie bei Gates M$, wo nur “Flickschusterei ” betrieben wird und man(N) oder Frau sich zwangsregistrieren muß um das System legal zu nutzen. Außerdem bezahlt man dafür noch geld!
18/09/2009 at 08:27 Permalink
Du hast einen wichtigen Unterschied zwischen Windows und Linux unterschlagen: Für Windows zahlt man Geld – eine Menge Geld. Da ist es auch nur richtig, Ansprüche zu haben. Für Linux & Co. zahlt man keinen Cent (wer es doch macht, naja …). Es gibt in der Linux-Community eine Menge engagierter Menschen, die viel mehr Zeit als Du investieren, um innovative OpenSource-SW zu entwickeln. Ich bin jedesmal wieder schwer begeistert, was alles in Linux steckt – ohne daß ich dafür auch nur einen Cent bezahlt habe.
Natürlich haben auch OpenSource-Programme ihre Macken und Bugs. Aber dann stelle ich mich nicht hin und meckere. Der Quellcode aller OpenSource-Programme ist ja offen. Wer’s kann, behebt den Fehler direkt im Code. Wer’s nicht kann, hilft den Programmierern, in dem er einen Bug-Report schreibt. So funktioniert das in der OpenSource-Welt! Und währenddessen übt man sich in Geduld und probiert die zahllos vorhandenen Alternativen.
Aber bei einem stimme ich Dir zu: vi ist kein Programm, sondern eine Qual! Da hat sich jemand einen Spaß gemacht, und einen absolut gegen-intuitiven Editor geschrieben. Ich benutze seit über 10 Jahren Linux und arbeite viel und gerne mit der Konsole. Nun könnte man ja sagen, programmiere ihn um. Nicht nötig: Gott-sei-Dank gibt es Alternativen wie pico oder nano.
02/11/2009 at 14:10 Permalink
Amen Bruder! Die Wahrheit ist die Wahrheit und auch wenn es den Nerds nicht gefällt ihr System ist scheisse. Und diese Scheisse wird bei jeder Version schlimmer.
18/12/2009 at 16:24 Permalink
Aufgeben, jawohl.
Bleib bei deinen Viren und so weiter. WEnn sich jeder Windows User dieselbe Zeit, wirklich dieselbe Zeit antut, um Linux zu lernen wirds er verstehen. Die Leute lernen Windows Jahrelang und erwarten Linux soll in kurzer Zeit verständlich sein.
Entweder Knoppix oder bleib bei deiner Schreibmaschine. Aber wenn dir das so passt.
Ich hatte im Jänner diesen Jahres das erste mal 3 Tage lang Windows Vista, davor 3 Jahre Linux, das hat mir dann so gereicht, das es komplett fort ist. Hab dann bei Microsoft angerufen und gefragt, was ich tun kann, wenn sich das Windows aufhängt nach der Installation mit Blue Screens?
a) Microsoft fühlt sich nicht zuständig
b) ASUS konstenpflichtige Hotline, wieso wohl, sonst hätten die wohl nie iene Ruhe von der Windows Scheiße
c) Keine Datenträger dabei, die sich installieren lassen, geschweide irgendetwas was funktioniert out of the box.
gut bei linux braucht man einen breitbandanschluss, aber dafür installiert man dort das system schneller und kann könnte jahrelang darauf arbeiten ohne der angst vor viren oder sonst etwas zu haben
ein frisch installierter windows rechner im netz zum updaten hat sich schon viren eingefangen
nehmst windows und gebts alle geld aus für virenscanner, schreibprogramme, brennprogramme, media-player, usw.
alles bei linux dabei und funktioniert.
und geschweige bei windows funktioniert nicht alles out of the box
01/02/2010 at 19:21 Permalink
Also, ich habe ja schon öfters Blödsinn über Linux gelesen, aber dieser Beitrag zeugt wirklich von einem absolut windowsverseuchten Möchtegern-Experten.
Wenn man Linux benutzen möchte, dann sollte man sich eben auch mit den Grundlagen beschäftigen und wissen was man tut. Der VI ist ein genialer Editor, wenn man weiss was man tut und es gibt ihn auch schon länger als Linux. Den gibt es schon fast 40 Jahre – nämlich seit es UNIX gibt!
Außerdem gibt es viele Möglichkeiten Dateien zu bearbeiten und selbst, wenn man keine grafische Oberfläche hat, dann gibt es immer z. B. noch die Möglichkeit Dateien per FTP zu bearbeiten.
Naja, aber was soll’s. Wer hier gross rumschimpft über das böse Wordpress und Serendipity lobt, nur um ein paar Woche später wieder heulend zu Wordpress zurück zu rennen, kann ich nicht wirklich ernst nehmen. Der soll sich ruhig weiter mit Windoof rumärgern, denn dort gibt es auch genug Probleme für die es keine vernünftige Lösung sucht …
Achja, ich habe übrigens ein Leben, eine Frau und sogar Kinder. Ich bin trotzdem Linux-Fan und verdiene sogar seit Jahren mein Geld damit.
Gruß Tom