Mac-Schwachmaten

Seit dem Intel-Umstieg 2006 kaufen sich alle einen Apple-Laptop.
Wunderbar, eine gute Wahl.
Allerdings meinen diese Herdentiere jetzt, dass sie dadurch automatisch in die Riege der Kreativarbeiter aufgestiegen sind. Sie fühlen sich ganz wunderbar bohéme, und zwar digital, und tun so, als wären sie besonders innovativ und überhaupt ganz schlau, dass sie jetzt Applerechner benutzen. Die apfelbewehrte Gerätschaft wird zu jeder Gelegenheit ausgepackt, egal ob im Starbucks oder – wo sonst – auf der Blogger-Konferenz im sowieso ganz supermodern-angesagten, hippen, weltoffenen und kreativen Berlin.

Und natürlich wird auch zu jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hingewiesen, dass man jetzt der ach-so kosmopolitischen und intellektuellen digitalen Macnutzer-Elite gehört. Gebloggt wird auch, weil man das ja muss, so als Digitalbohemien, der man freilich auch ist, wenn man fest angestellt ist. Man erhebt sich auf eine schwer nerdige Art und Weise über die armen, “zurückgebliebenen” Windows-Nutzer, klatscht aber per Bootcamp Windows drauf.

Bemerkenswert ist, dass das genau die gleichen Menschen sind, die damals, als im Mac noch PowerPC-Prozessoren steckten und Windows nur grottig emuliert werden konnte, skandierten, dass Macs ja “sowieso voll scheiße” seien und es “überhaupt keine Software” (zum Zocken und Saugen) dafür gäbe. Die Jungs sind immer noch so drauf, denn vom guten, alten Windows XP mag man sich ja dann doch nicht trennen, das kann man ja auch so herrlich einfach draufmachen.

Wenn ich diese Menschen sehe, werde ich immer ganz nostalgisch. Damals, 2003, als der Mac noch ein Exotensystem war und iPods 600 Euro gekostet haben, bin ich umgestiegen. Und es gab schon damals alles, was man für den normalen Arbeitsbetrieb benötigte. Damals hat ein lausiges iBook noch 1800 Euro gekostet und jeder meckerte, dass Apple-Rechner viel zu teuer seien. Damals war es eben noch wirklich elitär, Macnutzer zu sein, man gönnte sich den Mehrpreis, um keinen Ärger mehr mit Blödsinn wie einem Betriebssystem zu haben. Man gehörte zu den Menschen, denen Lebenszeit für gesparte Neuinstallationen und Abstürze bares Geld wert war. Man war jemand, der keine Lust hatte, seine Lebenszeit mit Gefrickel zu verbraten.

Heute ist der Mac ein PC von vielen, aber weiterhin nichts weiter als ein Arbeitsgerät.
Diese Markenprollerei der Nachwuchs-Macuser ist in diesem Zusammenhang einfach nur peinlich!

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