Schlagworte: Bonn

Vier Wochen Auszeit

Grand Temple in Bangkok
Der große Tempel in Bangkok.
—Aktueller Song: “Surrender” von Cheap Trick—

Da war es wieder: Dieses Pochen in den Schläfen, dieses Gefühl totaler Entkräftung, das unglaubliche Bedürfnis nach Ruhe und Einsamkeit. Es ist viel passiert in den letzten vier Jahren, wenig davon war wirklich wichtig und fast nichts davon hat seinen Weg ins Blog gefunden. Weil mir die Ruhe fehlte, die Lust auf Nabelschau, der Glaube an das Medium und nicht zuletzt auch die Zeit. Weil ich seit August 2009 meine Tage damit verbrachte, Computertexte für sterbende Papierprodukte zu schreiben und zu verkaufen und dabei nicht selten Wochenenden und Urlaub vergaß – seit dem Neuseeland/Thailand-Trip Anfang 2010 war ich nicht einmal länger im Urlaub. Das brennt aus, Übersprungshandlungen inklusive. Der Burnout raste wie ein Güterzug auf mich zu, wenige Sekunden vor dem Aufprall, und ich fühlte mich unfähig, mich zu bewegen, war reizbar, schwankend zwischen Depression und Aggressivität und auch der Alkoholkonsum hatte in den letzten 24 Monaten schleichend zugenommen. Zeit für eine Auszeit, man ist schließlich nicht umsonst sein eigener Chef. Weiterlesen

Alternativen zum Jetzt und Hier #4: Kirschblüte in der Bonner Altstadt

Kirschblüte in Bonn
Kirschblüte in Bonn

Jedes Jahr im April regnet es in Bonn rosa Tränen auf alte Autos. Die Altstadt wird zum schönsten Ort der Welt, wenn nur die Sonne scheint. Es besteht weiterhin Sanierungsbedarf.

Der Drama-Knopf

Ein Knopfdruck für mehr Drama
Ein Knopfdruck für mehr Drama

Ein Drama-Hotbutton in einer Fußgängerzone – wer wünscht sich das nicht in einer Welt, in der man, blind in einer beliebigen Innenstadt ausgesetzt, dank Flagship-Store-Homogenisierung nicht mehr wissen kann, ob es sich um Bonn, München, Lüdenscheid, ja sogar Amsterdam, oder Brüssel handelt?
Der belgische Fernsehsender TNT hat in einem Werbespot genau dieses Thema aufgegriffen und einer langweiligen Fußgängerzone einen “Push to add Drama”-Knopf hinzugefügt.
Gleichzeitig spielen die Macher aber auch auch mit der absoluten Unfähigkeit vieler Menschen, einfach mal die Finger von roten Knöpfen zu lassen. Aber seht selbst, was passiert: Weiterlesen

Über Busse und Busfahrer

Busfahrten sind seltsam
Busfahrten sind seltsam
—Aktueller Song: “The Massacre of Glencoe” von The Real McKenzies—

Seit ich in Köln-Rondorf hause, fahre ich zwangsläufig viel Bus. Das ist die KVB schuld, weil sie offenbar der Meinung ist, dass die Achse Raderthal-Marienburg-Rondorf-Meschenich-Brühl keine Bahnanbindung benötigt.
Drei Bier in der Kneipe bedeuten eine Stunde Busfahrt. Mit richtig Pech – wir reden schließlich von der KVB – auch deutlich mehr.
Sturz ins Nachtleben? Bus.
Karnevalsspaß? Bus.
Auto kaputt? Bus!
Ich bin ja schon froh, dass ich nicht zu diesen Menschen gehöre, deren Magen Busfahrten nicht verträgt und deren Mageninhalt dann im Bus stundenlang hin- und herfließt. Tausende Gelenkbusfahrten auf den Aufbauost-Holperpisten im Ex-Wohnsitz Bonn haben den Magen so abgehärtet, dass mir weder Luftlöcher im Flugzeug, noch rollende Querwellen auf dem Meer den Magensaft hochtreiben. Busfahren mit den passiv-aggressiven KVB-Busfahrern zählt daher auch zu meinen leichteren Übungen. Und während ich mich stundenlang mitten in der Nacht von ausgewiesenen Irren in die Kölner Peripherie schippern lasse, lerne ich viel: Über Busse und Busfahrer. Weiterlesen

Bei der Post – mal wieder

Im tiefsten Nordwesten der Domstadt steht ein Postamt eine Postfiliale. Weil diese Postfiliale für ihre langen Schlangen bekannt ist, wage ich mich da nur sehr selten hin, in 99 Prozent der Fälle reicht auch der deutlich agiliere DHL-Kiosk die Straße runter. Gestern allerdings musste ich mal wieder hin, VG-Wort-Scheck einlösen. Was ich vergessen hatte: Es war Monatsanfang und da bekommen Senioren und Arbeitslose Schecks vom Amt, die sie bei ihrer Bank gegen Bares tauschen, während die arbeitende Bevölkerung Rechnungen einreicht. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dieser Text soll sich weder mit irgendwelchen bemitleidenswerten Empfängertypen des Wohlfahrtsstaates, noch mit lahmenden und unfreundlichen Post-BeamtenAngestellten befassen, sondern mit der Personalplanung des Post-Konzerns an sich: Mal ehrlich, liebes Post-Management: Was soll die Scheiße? Weiterlesen

Das alljährliche Silvester-Drama

Silvesterraketen mit der Sprengwirkung von Luftblasenfolie
Silvesterraketen mit der Sprengwirkung von Luftblasenfolie
—Aktueller Song: “Tom Sawyer (DJ Z-Trip Remix)” von Rush—

Alle Jahre wieder, wenn die Weihnachtssauereien und -streitereien verdaut sind und das Leben nach den heiligen Irrsinnstagen wieder seinen gewohnten Lauf zu nehmen droht, ist es soweit: Anrufe, Mails, Facebook-Chats, allesamt mit der alles entscheidenden Frage: “Was macht IHR eigentlich Silvester?” Diese Frage bedeutet grenzenloses Elend, denn die Erwartungshaltung ist – ähnlich wie bei Weihnachten oder auch Karneval – enorm, das Ergebnis meist mehr als enttäuschend. Ich feiere jetzt zum 15. Mal “Erwachsenensilvester” – gut war es selten. Weiterlesen

Jonglier-Hippies

Typischer Jonglier-Hippie
Typischer Jonglier-Hippie
Es ist überall auf der Welt das Gleiche: Kaum sitzt man entspannt bei warmen Wetter chillig auf einer Wiese, erklingen plötzlich von irgendwoher Didgeridoo-Musik und Bongo-Getrommel. Und natürlich fängt irgendsoein barfüßiger und grundveganer Rasta-Hansel mit Sonnengesicht-Tatoo an, zu jonglieren. Immer. Egal, ob man auf der Hofgartenwiese in Bonn sitzt oder am Hafen in Queenstown (Neuseeland) oder am See in Pushkar (Indien). Weiterlesen

Domsport

koelner_dom[Aktueller Song: "Suspicious Minds" von Elvis Presley]

Es ist Samstagmittag in der Ferienzeit. Das Thermometer zeigt 28 Grad. Die Luftfeuchtigkeit im Rheinland entspricht der eines schwülen Tages in Bombay, das heißt, die Luft lässt sich problemlos in handliche Würfel schneiden, die im Tiefkühlfach hübsche Eiswürfel ergeben. Genau der richtige Tag also, um die 533 Stufen des Kölner Doms zu erklimmen.
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