Schlagworte: Flip Flops

Fun@Songkran

Ankunft in Bangkok am vergangenen Dienstag. Der erste Eindruck: Alles ist geschlossen. Der zweite Eindruck war dann nass: Tausende von Thai und Touris mit Wasserpistolen bewaffnet ruinierten mir nicht nur in Sekundenschnelle alle meine papierenen Wertsachen, sondern um ein Haar auch den Elektrokram. Im Hostel auf der Khao Sang-Road habe ich dann erstmal Laptop, iPhone, Pass und meine Klamotten ausgewrungen und mir überlegt, wie ich diese Situation meistern könnte… Weiterlesen

Du läufst wie eine Ente! Oder: Warum müssen Frauen eigentlich immer die falschen Schuhe tragen?

highheelchucks[Aktueller Song: “Scream and Run” von Zolof the Rock & Roll Destroyer]

Der weibliche Schuhtick ist ein weitestgehend bekanntes Phänomen und eigentlich sollte man meinen, dass Frauen sich genau deshalb hervorragend mit Schuhen, ihrem Nutzen, ihren verschiedenen Spielarten und ihrer Außenwirkung auskennen. Aber weit gefehlt: In städtischen Style-Ursuppe der ehemaligen Arbeiterslums sind selbst erfahren wirkende Schuhtickerinnen absolut nicht in der Lage, das richtige Schuhwerk für den richtigen Anlass zu finden. Und so stolpert und stapft, strauchelt und watschelt die Damenwelt, dass man ihr nur noch zurufen möchte: “Du läufst wie eine Ente! Geh doch endlich Barfuß, Du dumme, plumpe Kuh!” Weiterlesen

Flip-Flops: Füße, Füße, FÜSSE!!!!

Kaum lachen die ersten Sonnenstrahlen von Himmel, glauben manche Zeitgenossen, es sei wieder Zeit, der Menschheit ihre blanken Flossen zu präsentieren. Nicht, dass der menschliche Fuß ein sexuelles Objekt wäre, wie manche Menschen glauben. Oder ein Gegenstand des Ekels, wie viele, hauptsächlich weibliche Zeitgenossen gerne beteuern, nein.
Aber irgendwann geht es einfach zu weit. Das Grauen kündigt sich mit einem infernalischen “flup-flup-flup-flup” an.
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Kleidung und Kriegswaffen

Liebe Völkergemeinschaft, ergänze doch bitte bei einer möglichst umgehend durchzuführenden Revision der Genfer Konventionen die Verträge um folgenden Punkt:

Bekleidung

Die Bekleidung zählt zu den optischen Massenvernichtungswaffen. Nicht erlaubt sind:
– Karotten- und/oder Bundfalten-Jeans
– Leggins, insbesondere bei Personen, deren BMI die 25 überschreitet
– Tiger-Tangas bei Männern
– Lederwesten
– “niedliche” Frauensocken
– Pyjamas, besonders bei Frauen
– Goldkettchen
– Cowboystiefel
– Motorradjacken mit Riemen
– Lima-Mützen
– Jeansjacken mit Aufnähern
– bunte Hemden bei Männern
– Puffärmel bei Frauen
– Anzughose + Turnschuhe
– Lederhosen
– Slipper
– T-Shirts mit Heavy-Metal-Bands und Tour-T-Shirts
– Überhaupt viele bedruckte T-Shirts
– Snoopy-Unterwäsche
– Ledersandalen bei Männern
– Flip-Flops

Nichtbeachtung wird mit Anklage beim internatioalen Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag geahndet!

Hitzewellen-Prosa 2

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Es ist 22.10 Uhr und es hat noch 28 Grad im Schlafzimmer. Das, wohlgemerkt, liegt im Schatten hinter einem Baum. Die Luftfeuchtigkeit beträgt gefühlte 500 Prozent und unterscheidet sich nur marginal von dem, was kochendes Spaghettiwasser produziert und das ist schon eine Erleichterung. Wer bei dem Wetter körperliche Arbeit durchzieht, ist selber schuld, aber warum muss ALDI auch ausgerechnet heute dieses Bett haben? Alle Teile gemeinsam, Bett, Rost, Matratze, wiegen so viel wie ein Leopard-Panzer und sie müssen in den zweiten Stock. Schon beim Anheben läuft der Schweiß in Strömen. Wer es richtig hart möchte, macht vorher noch einen Spaziergang im Wald am Bach, wo man von der heißen, feuchten Luft schockgedünstet wird, während einen tropische Moskitoschwärme auffressen.

Köln riecht im Moment wie Neu-Delhi im Hochsommer, jeder LKW, der hier vorbeidampft, kotzt eine stinkige Dieselwolke aus, die nur bei diesen Temperaturen den spezifischen Entwicklungslandgeruch in der stehenden Luft entfaltet. Der brodelnde Asphalt tut sein übriges, während sich sein Odeur mit dem von gerösteter Hundescheiße vermischt.

“Em kölsche Klüngel” sitzen die Leute davor und rauchen und lachen. Alle schwitzen, darunter sind sehr viele sehr dicke Menschen mit faltigen Armen und Schnurrbärten, die keine Scham haben, auch mal ihr T-Shirt abzulegen, obwohl das niemand sehen will. Allerorten sieht man nackte Waden, Brüste, Bäuche und empfindet körperlichen Schmerz ob der natürlichen Hässlichkeit der menschlichen Spezies, die als wohl einzige Tierart die Eleganz mongoloider Gorillas mit der gerupften Behaarung und buckligen Physiognomie alterschwacher Schimpansen kombiniert und evolutionär ja auch irgendwie dazwischen hängt. Nichts von der Geschmeidigkeit, die einem Raubtier großen Stils wie dem Menschen zu Gesicht stünde, nicht Tiger, sondern Tiger-Tanga, den Leopard auf dem ärmellosen T-Shirt und Goldkettchen passend zur goldenen, dauergewellten Mähne. Räudige, hechelnde Hyänen im Asphalt-Zoo. Es ekelt den Betrachter nachhaltig.

Wenn es nicht nach Diesel stinkt, dann nach dem kläglichen Versagen moderner Deodorant-Produkte, sofern die überhaupt zum Einsatz kommen. Manche mögen es halt liefer natürlich. Derweil ziehen Frauen blank, was blankzuziehen geht. Die Universitätswiesen werden zu halben FKK-Clubs und knackige Teenager lassen auch gediegene Familienväter zu Päderasten im Geiste werden. Verschwitzte Flip-Flops flipfloppen mehr denn je, furzen fast, während sogar Bänker, der Gipfel des hitzebedingten Chaos, ihren Schlips lockern. Wenn das passiert, ist der Weltuntergang nahe!

Im Fernsehen laufen passend dazu bunte Beiträge, die noch mehr nackte Ekelpakete dabei zeigt, wie sie mit der Hitzewelle zurechtkommen (“Eiswasser-Fußbad!”, “Besuch am Badesee!”, “Grillen!”) und die Klimapaniker spucken Menschen mit großen Autos an, schließlich können sie sich jetzt wiedermal im Recht fühlen. Derweil ersticken die ersten ernstmeinenden Klimawandler beim Radfahren. Nur der Inder im Kiosk gegenüber blüht auf wie und macht blöde Witze, wenn schwitzende Deutsche nach kalter Cola fragen.

Nein, so eine Hitzewelle ist in Deutschland wahrlich keine Freude.

Ein Nachmittag am Liblaer See

[Aktueller Song: “Baby It”s You” von Smith]

Es ist schwül und drückend. Die alten, dicken Männer schwitzen und sind im Statler & Waldorf-Modus. Warum also nicht an den See mit Sandstrand fahren, um das Schaulaufen der pubertären Landbevölkerung zu kommentieren und vielleicht die ein oder andere Runde zu schwimmen?
Der Sandstrand glüht, doch die Liegedecke reicht zum Schutz, die Sonne hat sich heute etwas zurückgehalten. Es riecht nach Sonnencréme Faktor 30 auf schwitzenden Körpern, nach Flutschfinger und in altem Fett gewendeten Pommes.

Neben dem See ist ein Campingplatz, auf dem Dauercamper wohnen. Der ist hübsch gemacht, es gibt sogar einen eingezäunten Bereich, auf dem ein sehr kleiner nachgemachter Campingwagen mit Liegestühlen steht. Die Zwerge dazu sind wohl gerade schwimmen und irgendwo dröhnt Marianne Rosenberg aus einem tragbaren Radio vor einem Campingwagen. Die Gegenbeschallung übernehmen Halbstarke mit Migrationshintergrund mit ihren Handys.

Beim letzten Besuch am See, irgendwann um das Jahr 2004, gab es noch keine Handys, die das konnten. Man fühlt förmlich den technologischen Fortschritt, den Aufbruch ins neue Jahrtausend und doch ist alles irgendwie gleich wie immer Ende Juli am Badesee:
Knaben in bunten Badehosen möchten Mädchen mit knackigen Hintern beeindrucken, laufen den Strand auf und ab und tragen dabei Goldkettchen oder Tatoos mit chinesischen Zeichen zur Schau. Die ersten Brust und Gesichtshaare wurden sorgfältig entfernt, zusammen mit dem Seitenhaar auf dem Kopf, das trägt man heute ja so, glaubt zumindest die Dorfjugend. Der heiße Sand macht das Schau- zum Spießrutenlaufen, statt stolzer Gockel sieht man hüpfende Weicheier, das kommt davon, wenn man sich die Hornhaut abschabt. Frauen machen das seit Generationen und so stehen dutzende von Paaren von Frauen-Flip-Flops am Wasser, die wussten intuitiv, dass heißer Sand auf der abgehornten Fußsohle schmerzt.
Im Wasser angelangt, wird das alte Spiel gespielt: Die Mädchen frieren, stehen herum, die Jungs lachen laut und aggressiv, springen und spritzen und werden doch ignoriert, bis der Bademeister sie von der Badeinsel wegermahnt.

Dazwischen spielen Kinder jeden Alters, denn es ist Montagnachmittag und wer hat da schon frei außer (Ex-)Studenten oder Urlaubern, die ja wegfahren, und Hartz-IV-Würdeträgern, die sich das eben nicht leisten können. Schnurrbärtige Patriarchen wachen brusthaarig unter dem Sonnenschirm über ihre zehnköpfige Sippe wie Pavian-Chefs. Sie sind Väter, Großväter und Ehemänner, alles zugleich, denn hier ist es noch normal, dass die Tochter sie mit 15 zum Opa macht und einen gleichalten Onkel hat. Will ein Kind nicht hören, wird es lautstark zurechtgewiesen, natürlich heißt es Kevin und hat blonde, speckige Haare.
Die Frauen, egal ob Mutter (17 Jahre alt) oder Großmutter (45) sehen so breithüftig und verbraucht aus, als hätte das Leben in ihrem Gesicht einen Kickstart hingelegt, was es vermutlich auch hat. Mutter fehlt der Mann zum zweijährigen Sohn, der muss für den Hauptschulabschluss lernen, Großmutter ist von Nikotin und Alkohol gezeichnet.

Eine Wespe kreist gierig um einen übergelaufenen Mülleimer aus Holzbohlen. Der Abfall riecht süßlich, geschmolzenes Eis läuft unten heraus und ein Kind wirft einen Kaugummi-Eisstiel hinein.

Plötzlich verdunkelt sich die Sonne. Ein fettes Ding von Frau, vielleicht Ende 20, aber gewaltig, stapft schattenwerfend mit einem schreienden Kind über den heißen Sand. Sie hat rote Haare und trägt ein weiteres Kind unter ihrem Herzen, allerdings sieht man das nur, wenn man genau hinschaut, denn sie ist wirklich sehr, sehr fett. Noch bevor sie etwas sagt, schreit das Hirn des Betrachters “britisches Prekariat!”, denn nur britische Prekariatsfrauen sehen bereits in so jungen Jahren so runtergeritten aus. Natürlich redet sie englisch und schleift das schreiende Kind durch den heißen Sand. Es hat auch rote Haare und wäre mal besser eingecremt worden. Dann kriegt es eben Hautkrebs, das nächste ist ja schon in Produktion. Die Rothaarigen machen offenbar Urlaub auf dem Campingplatz, eine fürchterliche Vorstellung, dass Bewohner eines so schönen Landes wie Großbritannien Urlaub zwischen Brühl und Erftstadt machen, ausgerechnet.

Am Kiosk gibt es Pommes oder Bockwurst. Eine Schöller-Fahne wird von Wespen umkreist, die sich sofort auf das ausgepackte “Brauner Bär” der meist minderjährigen Kunden stürzt. Eine Bikinischönheit mit sehr hässlichen Füßen kleckert einen weiteren Tropfen süßen Ketchups auf den Boden, als sie einem Möchtegern-Gigollo ausweicht. Der Boden ist bereits von zahllosen Fliegen besetzt, die von dem Tropfen aufgescheucht werden. Den Kioskbesitzer stört das nicht, er wischt die Fliegen vom Senfeimer und gibt die Bockwurst raus.

“Zwofuffzig” sagt er wischt sich den Schweiß von der Stirn.

Es ist ja auch sehr schwül und drückend heute.