Schlagworte: Hunde

Der coolste Hund der Welt – echt jetzt!

Der wohl allercoolste Hund der Welt fährt Skateboard und surft wie ein Profi. Und er hat auch noch Spaß dabei – wer keinen so einen töften, übergewichtigen Kumpel haben will, hat definitiv kein Herz!

Hundenasen

Nomnomnomnom... Pansen!
Nomnomnomnom... Pansen!
—Aktueller Song: “World So Corrupt” von Ziggy Marley & The Melody Makers—

Hunde sind dem Menschen gegenüber in einigen sensorischen Dingen im Vorteil: So können Hunde – das ist bekannt – deutlich besser Gerüche wahrnehmen und hören als wir Affenabkömmlinge. Zudem können sie wohl Abnormitäten im Erdmagnetfeld spüren, wie sie etwa im Vorfeld von Erdbeben auftreten, weshalb japanische Forscher sie gezielt als Erdbebenwarnhunde einsetzen möchten. Für diese tollen Fähigkeiten zahlen Hunde als Spezies allerdings einen hohen Preis, sind sie doch in der restlichen Sensorik eher schlecht ausgestattet: Die Augen sind mies, das Sehzentrum bewegungsfixiert, das Hirn irgendwie schwachbrüstig. Besonders der Geschmackssinn des Hundes ist tatsächlich völlig unterentwickelt: Gegenüber dem Menschen mit seinen rund 9.000 Geschmacksknospen auf der Zunge hat der Hund nur 1.700.
Das bedeutet im Klartext, dass der Hund mit einer massiven inneren Zerrissenheit leben muss: Alles riecht wie der Himmel auf Erden, alles schmeckt wie McDonalds-Cheeseburger. Weiterlesen

Kaffeefahrt ins Dönerland VII: Endlich nach Hause, aber ohne Straßenköter!

Ein neuer Tag im Dönerland – der letzte ganze Tag auf dieser Pilgerreise zum Olymp der Schrott-Shop-Buden.

Heute allerdings sollte uns jede Form von Schrott-Shopping erspart bleiben. Wir hatten frei, “um ein wenig die Türkei zu genießen”, wie sich der Reiseführer ausdrückte. Der hatte inzwischen bereits mehrere Beschwerden über das Fünfsterne-Ressort “Golden Dreams”, das so lauschig direkt am Strand lag, nur getrennt von einer vierspurigen Schnellstraße, an das türkische Tourismus-Ministerium weitergeleitet und war sichtlich erheitert. Vermutlich auch, weil er endlich diesen verfluchten Ort verlassen durfte.
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Kaffeefahrt ins Dönerland VII: Endlich nach Hause

Ein neuer Tag im Dönerland – der letzte ganze Tag auf dieser Pilgerreise zum Olymp der Schrott-Shop-Buden.

Heute allerdings sollte uns jede Form von Schrott-Shopping erspart bleiben. Wir hatten frei, “um ein wenig die Türkei zu genießen”, wie sich der Reiseführer ausdrückte. Der hatte inzwischen bereits mehrere Beschwerden über das Fünfsterne-Ressort “Golden Dreams”, das so lauschig direkt am Strand lag, nur getrennt von einer vierspurigen Schnellstraße, an das türkische Tourismus-Ministerium weitergeleitet und war sichtlich erheitert. Vermutlich auch, weil er endlich diesen verfluchten Ort verlassen durfte.

Romantische Autobahn

Aufgewacht zu einer unmenschlichen Uhrzeit nach einer durchschnarchten Nacht. Mit mehreren Sätzen Augenringen schleppte ich mich auf den Balkon, um erst einmal dem Schnarchmonster im Nebenbett zu entgehen. Sechs Nächte ohne richtigen Schlaf sind ohne Frage ein erbauendes Erlebnis und sorgen dafür, aus einem albernen Schrott-Urlaub einen echten SCHEISSURLAUB zu machen. Nur mühsam ließ sich die vom Schlafentzug zittrige Hand dazu bewegen, eine Flamme aus dem Feuerzeug zu zaubern, um eine der Ein-Euro-Zigaretten anzuzünden. Draußen war die Luft frisch, ausnahmsweise warm und es schien sogar die Sonne.

Nach der Zigarette versuchte ich noch exakt drei Sekunden, Schlaf zu finden, leider ist es schwer, neben einem Sägewerk einzuschlafen, wenn gleichzeitig die Sonne ins Gesicht scheint. So entschloss ich mich, die Türkei – die echte Türkei – auf eigene Faust zu erkunden. Ich duschte, zog mich an und entfleuchte aus dem Hotel in Richtung des kleinen Dorfes, das sich einige hundert Meter hinter dem Hotel auf einem Hügel befand. Zuerst begab ich mich jedoch an den Strand, um die Morgensonne zu genießen. Ich legte mich hin, schloss die Augen und sofort war ich von diversen milbenzerfressenen Straßenkötern umlagert. Das merkte ich allerdings erst, als ich die erste Nase im Gesicht hatte.

Die Hunde, so leid sie mir taten, hätte ich niemals mit bloßer Hand angefasst. Einer hatte offensichtlich die Räude, der andere zwei entzündete Augen, die aussahen, als ob sie jederzeit herausfallen würden. Ich scheuchte sie mit Geschrei weg, ein besonders anhängliches Exemplar musste ich dann sogar mit dem Bein wegschieben. Es waren bestimmt fünf Hunde und als sie merkten, dass es bei mir nichts zu holen gab, legten sie mir einen großen Haufen vor die Füße und gaben sich ihrem Tagwerk hin, nämlich der Zeugung einer neuen Generation Straßenköter. Irgendwie traurig, doch die Trauer wurde von einem Floh massiv eingeschränkt, der offensichtlich übergesprungen war, als die Köter mir zu nahe gekommen waren. Ich trat die Flucht an.

Nach einem wohl eher wegen des Schlafmangels anstrengenden Aufstieg endete die Straße auf Höhe einer der türkischen Norm-Moscheen (Beton, Kuppelbauweise, Betonröhrenminarett mit Lautsprechern aus einem Stück) und wurde zu einem echten Dorfweg, also platt getretenem Geröll. Im Staub spielten schmutzige Kinder, zu meiner linken ein kleiner, schäbiger Laden. Holz- und Lehmhütten. Einige Meter weiter eine einsame Kuh auf einer einsamen Weide mit Zitronenbaum, die mich musterte, als wäre ich ein Außerirdischer. Dieses Gefühl wurde von den drei jungen Damen mit Kopftuch noch verstärkt, die mir kichernd entgegen kamen, um dann mit großen Augen und schnellen Schrittes um eine Ecke zu eilen. Kicherkicher…

Glückliche Kuh

Während ich noch den figurbetonten Baumwollkleidern hinterher schaute, vernahm ich ein Geräusch wie von einem Traktor. So stieg ich weiter den Hand hinauf, um unvermittelt in einer Sackgasse zu landen, an einem Hof, der jeden “schöner Wohnen”-Preis gewinnen würde. Dort arbeiteten einige ärmlich gekleidete türkische Arbeiter, männlich wie weiblich, an einer Güllepumpe oder etwas in der Art und ja, da waren sie wieder, die allgegenwärtigen Plastikplanen, diesmal in Form einer Plane über einem Feld, das entfernt an eine Tomatenplantage erinnerte. Als die Arbeiter mich entdeckten, kam ich mir endgültig wie E.T. vor: Während die Frauen scheu ihre Gesichter versteckten, schauten mich die Männer mit einer Mischung aus Angst und Skepsis an. Ich schaute meinerseits schnell über meine Schulter, ob sich nicht vielleicht irgendwo ein echtes Monster angeschlichen hatte, aber da war nur ich, im roten T-Shirt. Besser die Flucht ergreifen.

Schöner Wohnen

Zurück beim Laden wollte ich etwas zu essen haben. Die Auslage war selbst für einen mittelalterlichen Krämerladen ernüchternd armselig: Neben zahlreichen Broten standen dort zwei uralte, verstaubte Dosen mit Ananas, einige geschmolzene Mars-Riegel, fünf Liter Coca Cola in kleinen Flaschen und ein Glas Oliven. Ich entschied mich für Mars, Cola und Brot, doch trotz des mangelhaften Sortiments machte der alte Mann, dem der Laden offensichtlich gehörte, die Kommunikation unangenehm schwer: Ich zeigte auf das Brot, er reichte mir eine Dose Ananas. Ich schüttelte den Kopf, zeigte auf das Brot, woraufhin er nickte, zahnlos lächelte und mir erneut die Dose Ananas reichte. Ein Verfallsdatum war nicht zu erkennen. Erneut schüttelte ich den Kopf, zeigte auf das Brot und als er wieder versuchte, mir seine Ananas zu verkaufen, die er vermutlich bereits mit dem Laden übernommen hatte, griff’ ich einfach hinter die Theke und nach dem nächstbesten Brot.

Das Gesicht des Alten drückte eine Mischung aus Entsetzen und Resignation aus, aber ich hatte mein Brot, griff fesch zu Cola und Mars-Riegel und hielt dem Alten Geld unter die Nase, wonach er gierig mit seinen krummen, hornigen und von 80 Jahren Knoblauch-Kacke-ohne-Klopapier-Abwischen vermieften Fingern griff. Erneut schüttelte ich mit dem Kopf und zog einen einzelnen der keimigen 1000-Quatschgeld-Scheine heraus und legte ihn auf den Tisch. Diesmal schüttelte er den Kopf. Ein weiterer Schein landete auf der Theke. Er nickte und zeigte, dass ich noch eins der ekligen Dinger rüberwachsen lassen sollte. OK, kein Problem. Als er dann allerdings versuchte, mir einige rostige Quatschgeld-Münzen als Wechselgeld anzudrehen, schüttelte ich nur den Kopf, lächelte mit meinem Privatpatienten-Gebiss, gestikulierte so freundlich wie möglich ein “stimmt so” und verließ schleunigst den Laden.

Türkisches Dorf mit Norm-Moschee

Nichts wie raus aus diesem seltsamen Dorf, zumal die Moschee bereits begann, loszuquäken. Der Muezzin hatte beschlossen, dass es Zeit für das Mittagsgebet sei, eine Geräuschkulisse aus quäkenden Lautsprechern, die selbst Punk-Rock geschädigten Ohren wie direkt aus der Hölle erscheint. So schlenderte ich zurück auf asphaltierten Wegen zwischen Orangen- und Zitronen-Hainen und fand einen Ort, an dem ich mein wirklich leckeres Brot zu mir nehmen konnte: Ein brachliegendes Neubaugebiet. Todesmutig den Rohbau erklommen, die Aussicht genossen, das Frühstück zu mir genommen und nichts wie zurück ins Hotel.

Mein schnarchender Mitreisender war bereits erwacht und kaum war ich im Zimmer, klopfte auch schon die Erscheinung. Strand? Aber gerne. Die Hunde waren schon vergessen. Das sollte sich schnell ändern.

Am Strand fröhnten die fünf Hunde nicht mehr ihren Begattungsriten, sondern lagen faul in der Sonne. Allerdings bemerkten sie schnell die Kekse, die wir dabei hatten und schnorrten nach allen Regeln der hündischen Kunst. Die Erscheinung konnte es sich, ganz Hundefreundin, nicht verkneifen, den ekligen Kötern den ein oder anderen Keks zuzustecken. Einer der Hunde, offensichtlich noch sehr jung, an Ohren und Schwanz schlecht kupiert, fand meine inzwischen leer getrunkene Colaflasche sehr interessant und legte eine filmreife Show mit diesem tollen Spielzeug hin. Derweil versuchten die anderen Köter weiter, Kekse zu schnorren und möglichst viele ihrer Parasiten auf unsere zarte mitteleuropäische Haut zu übertragen.

Flohzirkus, niedlich

Eigentlich ganz süß, die Kerlchen, dann allerdings meinten sie, eine Straßenköter-Pornoshow hinlegen zu müssen. Zwei der Hunde, wohl älter und vom Leben nicht mehr viel erwartend, hatten schnell verstanden, dass bei uns wohl nichts mehr zu holen war und verlausten andere Touristen einige Meter entfernt. Derweil leckte der augenentzündete Straßenköter am Geschlecht der Hündin, die ihn wütend verscheuchte. Stattdessen ließ sie die andere Töle ran, die ihrerseits den halbblinden Krüppel verscheuchte.
Der jedoch, nicht blöd, pinkelte den Kollegen an, um Raum für eine erneute Cunnilingus-Attacke zu haben. Eine wilde Beißerei zwischen den beiden Rüden folgte, während die Hündin die Zeit ohne Verehrer nutzte, um uns wieder zu umgarnen und erneut mit der Flasche zu spielen. Wir zogen es vor, zu verschwinden, auch wenn wir die Hunde – nach einer gründlichen Säuberung – am liebsten im Handgepäck nach Hause geschmuggelt hätten. Denn trotz ihrer kaum von türkischen “Haus”-Betreibern zu unterscheidenden Manieren waren diese vierbeinigen Türken wenigstens irgendwie niedlich.

Der restliche Tag verpuffte in allgemeinem Trübsinn vor dem Fernseher, unterbrochen von einer Erscheinung, die volle den ganzen lieben langen Tag lang massiert werden wollte. Nach dem Abendessen setzte sich die allgemeine Trägheit fort. Irgendwann, als mein Kollege bereits in Morpheus Armen lag und meine Finger von den andauernden Massagen bereits blau angelaufen waren, war die Erscheinung endlich so freundlich, mich zu sich aufs Zimmer einzuladen. Geschlafen habe ich trotzdem nicht viel.

Am nächsten Tag wurden wir in die Busse verladen. Die räudigen Straßenköter verabschiedeten uns stilgerecht und ließen sich noch von diversen Mitreisenden einige Leckereien vom Frühstücksbüffet mitbringen. Alles eine Frage der Sichtweise: Das für ein Fünfsterne-Ressort lausige Frühstück ist für Straßenköter ein Leckerbissen. Währenddessen ließen die Hotel-Angestellten im allgemeinen Chaos unversucht, um noch den ein oder anderen Euro zu erhaschen und die Hunde zu verscheuchen, was von den Mitreisenden Rentnern jedoch mit wildem Protest quitiert wurde.

Was folgte, waren zwei Stunden Busfahrt zum Flughafen und das gute Gefühl, endlich wieder nach Hause zu kommen. Die erste Busfahrt ohne Hausbesuche. Gehalten wurde trotzdem, Pinkelpause, die Prostata. An der vermeintlichen Raststätte, diesmal ohne “Haus” stießen wir auf seltsame Zeichen:

Was mag das bedeuten?

Am Flughafen war erst einmal Warten angesagt, das jedoch wenigstens endlich außerhalb des Machtbereichs wahnsinniger Reiseführer und Hotel-Angestellter.
Dann allerdings wurde uns die Erscheinung von Grenzbeamten entrissen – sie hatte das Ausreise-Formular verloren. Nach ein paar Minuten war sie wieder da, sichtlich angefressen über die Behandlung als Schwerverbrecherin. Es ist schon lustig: Während deutsche Behörden manch türkischen Staatsbürger nicht schnell genug loswerden können, hätten die Türken uns am liebsten behalten. Gastfreundschaft oder Habgier? Wir werden es wohl nie erfahren…

Gute Reise!

Im strahlenden Sonnenschein und 20 Grad Lufttemperatur flogen wir zurück nach Deutschland, um bei Eiseskälte in Düsseldorf zu landen. Die Erscheinung verschwand in Düsseldorf, wie sie erschienen war, die ausgetauschten Telefonnummern und Mailadressen wurden nie wieder genutzt. So schließt sich der Kreis: Ein kurioser, teils amüsanter, in jedem Fall aber anstrengender Urlaub im Dönerland war vorbei, den wir garantiert nicht so schnell vergessen und erst recht nicht wiederholen werden.