Schlagworte: Jahre

Vier Wochen Auszeit

Grand Temple in Bangkok
Der große Tempel in Bangkok.
—Aktueller Song: “Surrender” von Cheap Trick—

Da war es wieder: Dieses Pochen in den Schläfen, dieses Gefühl totaler Entkräftung, das unglaubliche Bedürfnis nach Ruhe und Einsamkeit. Es ist viel passiert in den letzten vier Jahren, wenig davon war wirklich wichtig und fast nichts davon hat seinen Weg ins Blog gefunden. Weil mir die Ruhe fehlte, die Lust auf Nabelschau, der Glaube an das Medium und nicht zuletzt auch die Zeit. Weil ich seit August 2009 meine Tage damit verbrachte, Computertexte für sterbende Papierprodukte zu schreiben und zu verkaufen und dabei nicht selten Wochenenden und Urlaub vergaß – seit dem Neuseeland/Thailand-Trip Anfang 2010 war ich nicht einmal länger im Urlaub. Das brennt aus, Übersprungshandlungen inklusive. Der Burnout raste wie ein Güterzug auf mich zu, wenige Sekunden vor dem Aufprall, und ich fühlte mich unfähig, mich zu bewegen, war reizbar, schwankend zwischen Depression und Aggressivität und auch der Alkoholkonsum hatte in den letzten 24 Monaten schleichend zugenommen. Zeit für eine Auszeit, man ist schließlich nicht umsonst sein eigener Chef. Weiterlesen

Mach’s gut, WinAmp!

Kopfhörer
WinAmp war jahrelang der MP3-Player der Wahl.
—Aktueller Song: “The Mother We Share” von CHVRCHES—

Der traditionsreiche MP3-Player WinAmp wird nicht mehr weiterentwickelt und zum 20. Dezember eingestellt. Das verkündete WinAmp-Hersteller AOL am vergangenen Mittwoch. Damit stirbt eine der wichtigsten Relikte aus der Frühzeit des Internets, als der Download einer einzigen (illegalen) MP3-Datei über quietschende Modem-Verbindungen fast eine Stunde das Rippen einer CD noch eine halbe Stunde dauerte. Wir feierten wilde Partys mit den ersten Selbstgerippten in grauenhafter 64 KBit-Qualität. WinAmp hat uns lange begleitet, war jedoch schon vor Jahren überholt. Ein Rückblick. Weiterlesen

10 Jahre!

Die Anfänge: xTown.net 2003—Aktueller Song: “Mean Old Coot” von Zolof the Rock & Roll Destroyer—

Hoppla, fast hätte ich’s verpasst: Gestern vor zehn Jahren – am 21.01.2003 – registrierte ich die Domain xtown.net. Ich war damals Student im dritten Semester, hatte volles Haar, wog 20 Kilo weniger und war trotzdem zum Platzen gefüllt mit Ideen, Idealen und Testosteron. Ursprünglich als alternatives Stadtportal geplant – der Grund für den etwas, nunja, pornoesken Domainnamen – wurde aus xTown.net schnell ein Weblog. Hier und da in jugendlicher Naivität zu provokant, oft viel zu persönlich und nicht selten hart an der Grenze zur Schmähkritik, tat ich hier Dinge, die ich heute wahrscheinlich nicht mehr täte. Man wird eben älter. Und auch, wenn ich diese Website aus beruflichen Gründen derzeit sträflich vernachlässige, muss ich sagen: Es hat sich gelohnt. Weiterlesen

Vom Wankelmut und Günther Grass

Frühling macht depressiv
Frühling macht depressiv
—Aktueller Song: “Hottress” von The Dreadnoughts—

OK, da bin ich wieder. Nach einer wirklich tiefsitzenden Frühlings-Depression inklusive wüster “alles muss anders werden”-Pläne, denen dieses Mal gottlob nur dieses Blog zeitweise zum Opfer fiel, bin ich wieder da.
Und alle so: YEAH!
Ja, ich weiß: Das gehört sich nicht, ein so traditionsreiches Weblog einfach offline zu nehmen, aber langjährige Leser kennen das schon von mir. Ich neige manchmal dazu, mit mir und allem, was dazugehört, ein wenig zu hadern. Da ist ein vom ersten Tag aggressiv-exhibitionistisches Blog wie dieses hier ein hervorragender Stolperstein, der sich noch dazu mit wenigen Mausklicks aus dem Weg räumen lässt. Dummerweise ist Bloggen eine Sucht. Und der Wunsch nach Aufmerksamkeit – ja, so sind wir, wir Blogger – größer als die Angst vor der sozialen roten Karte. Weiterlesen

Back to the Roots: iMac jetzt mit USB-Keyboard

USB-Keyboard am iMac
USB-Keyboard am iMac

Das richtige Keyboard für den Rechner zu finden, ist gar nicht so einfach. Zwar ist die Auswahl bei Macs massiv eingeschränkt, trotzdem hat mich die beim iMac mitgelieferte Bluetooth-Tastatur doch sehr gestört. Sie hat ein minimales, aber spürbares Input-Lag, nervt mit Batteriewechsel und besitzt konzeptbedingt keine USB-Buchsen, um schnell mal einen USB-Stick anzuschließen. Zudem hat sie dieses neue Layout, was ich ebenfalls nicht leiden kann. Insofern habe ich mir die gute, alte kurze USB-Tastatur Modell A1242 von Apple besorgt und schon bin ich zufrieden, auch wenn die echt schwer zu kriegen war, wurde sie doch nur 1,5 Jahre zwischen Anfang 2009 und Mitte 2010 ausgeliefert. Das Bluetooth-Keyboard wird jetzt für’s iPad verwendet.

Ein Jahr Vespa GTS 300 – ein Zwischenstand

Vespa GTS 300 – erstaunlich zuverlässig
Vespa GTS 300 – erstaunlich zuverlässig
—Aktueller Song: “I’ve Had Enough” von The Who—

Bald ist es soweit: Meine Vespa wird ein Jahr alt. Und ich muss sagen, dass ich nach inzwischen 4.384 Kilometern doch sehr zufrieden mit dem kleinen Geschoss bin. Mehr gibt es dann zum Glück auch nicht zu erzählen: Die GTS ist nach dem kleinen Anfangsproblem fast schon unheimlich zuverlässig – und wir reden hier von einem italienischen Fahrzeug! Wenn ich an meine Ex-Vespas der letzten 15 Jahre zurückdenke, darunter diverse PXen, ein SKR, ein Skipper und eine Sfera RST, fällt mir dazu nur ein, dass irgendetwas immer war. Mal brach ein Plastikteil, mal flog eine Sicherung raus und wenn nicht das, dann war wenigstens nach kurzer Zeit erster Flugrost sichtbar oder heftiger Verschleiß an bestimmten Einzelteilen. Weiterlesen

Nun also die Ladenöffnungszeiten

Grundsätzlich finde ich es ja klasse, das sich solche antiken sozialen Gruppierungen wie Gewerkschaften tatsächlich ins 21. Jahrhundert retten konnten. Dumm nur, dass ihnen jegliches Betätigungsfeld fehlt, die ursprünglichen Ziele wie die 38-Stunden-Woche sind längst erreicht, zudem schwinden die Mitgliederzahlen rapide. Um so lustiger ist es, dass sie jetzt völlig rückwärtsgerichtet zusammen mit der rot-grünen Minderheitsregierung in NRW fordern, die Liberalisierung der Ladenöffungszeiten rückgängig zu machen. Das schlagende Argument: “Unnötige Belastung der Mitarbeiter”. Weiterlesen

Brauner Terror

Uiuiuiui, da machen sie aber alle gerade ein Fass auf mit diesem “braunen Terrorismus”, der da angeblich die letzten zehn Jahre in Deutschland tobte. Gemerkt habe ich davon nichts, was ich doch sehr seltsam finde:

Unter Terrorismus (lateinisch terror „Furcht“, „Schrecken“ ) sind Gewalt und Gewaltaktionen (wie z. B. Entführungen, Attentate, Sprengstoffanschläge etc.) gegen eine politische Ordnung zu verstehen, um einen politischen Wandel herbeizuführen. (Quelle: Wikipedia/Definition nach Peter Waldmann: Terrorismus und Bürgerkrieg. Der Staat in Bedrängnis. Gerling Akademie Verl., München 2003, ISBN 3-932425-57-X)

Rechtsradikaler Terrorismus, den man nicht mitbekommt, ist kein Terrorismus, sondern das traurige Treiben einer irrsinnigen Nazi-Mörderbande. Schlimm genug, dass es diese kahlrasierten Spacken gibt, der derzeitigen Panikreaktion in den Medien sind sie trotzdem nicht würdig. Ich finde es äußerst bedenklich, wie die Kollegen diese plumpen Mörder derzeit zu einer Art Nazi-RAF hochschreiben und damit märtyrisieren. Wenn ich ein kleiner Nazi-Pimpf in Neufünfland wäre, ich würde durch die Berichterstattung glauben, dass die “Bewegung” das Land tatsächlich in Angst und Schrecken versetzen kann und sofort bei diesen Typen anheuern. Weiterlesen