Schlagworte: Spiel

Polit-Talk-Bingo

Bei Maybrit Illner treffen sich die Experten
Bei Maybrit Illner treffen sich die Experten

—Aktueller Song: “The Pretender” von Foo Fighters—

Politische Talkshows in den öffentlich-rechtlichen Programmen treiben dem Homo Politicus regelmässig den Blutdruck nach oben. Hier versammelt sich schließlich das Unwissen einer ganzen Nation, um populistisch-lobbyistisch seinen müden Senf zum Zeitgeschehen abzugeben. Um so mehr freut man sich, dass im Anschluss an den Maybrit Illner- oder Anne Will-Irrsinn blutdrucksenkende Mittel wie Markus Lanz den Zuschauer mit Unzulänglichkeiten der einheimischen Proto-Prominenz in den Schlaf labern. Hat eigentlich mal jemand überprüft, ob die Herzinfarkt-Quote während politischer Talkshows steigt? Die Zahl der um die Uhrzeit regelmässig hier verkehrenden Krankenwagen spräche definitiv dafür. Aber zurück zum Thema: Polit-Talk-Bingo! Weiterlesen

Super Mega Worm: Snake on Steroids

Super Mega Worm für Mac OS X
Super Mega Worm für Mac OS X

Trotz der Flut an Spielen für die iOS-Plattform hat mich kein Game in den vergangenen Wochen so sehr gefesselt wie “Super Mega Worm”: Das Game ist nichts für sensible Gemüter, fließt das Pixelblut doch in Strömen. Allerdings ist das Pixelblut mehr als pixelig: Hübsche 8-Bit-Grafik sorgt für die nötige Abstraktion beim Spielen dieser dennoch sehr modernen Snake-Variante, die sowohl das Genre der Arcade-Games der 80er, als auch das hauptsächlich von Nokia-Handys bekannte Spiel Snake selbst persifliert. Weiterlesen

Der dicke Mann und das Eis

Alle Jahre wieder versuchen uns langweilige Unternehmen nach einem Agenturwechsel mit voll zwonulligem Online-Marketing zu ködern. In diesem Jahr ködert Junkers, die Heizungs-Sparte der Bosch-Gruppe, frierende Kunden über ein kleines Spiel in seinem Youtube-Channel zu erreichen. Gut: Die Idee ist nett, auch die Ausführung kann sich sehen lassen und wir bloggen drüber, insofern hat sich das ja schon gelohnt… Bleibt die Frage, warum die Idee der Interaktion in Werbevideos, schon im Vor-Youtube-Zeitalter mit dem “Subservient Chicken” des Fleischverwerters Burger King eingeführt, immer noch den gleichen Schemata folgt. Zumal es schon bessere Kampagnen dieser Art gab, etwa “Hunter shoots a bear” des Sekretärinnen-Werkzeugs Tipp Ex vergangenen Sommer, die deutlich amüsanter und weniger aufdringlich waren.
Aber gut, für ein paar Minuten lenkt auch der Youtube-Spaß von Junkers vom Einheits-Grau des bundesdeutschen Dezembers ab. Und jetzt los: Helft dem dicken Mann vom Eis!


(via)

Karnevals-Verzweiflung

[Aktueller Song: “That’ll Be The Day” von Buddy Holly]

Da müssen Frauenherzen ja schmelzen: Gleich im Fünferpack stehen wir Kerls knietief im Kotze-Bierschaum in der Schlange vor einer Südstadt-Zapfsäulee, sind voll und breit wie Öltanker, entsprechende Körpersprache eingeschlossen. “Hey Du…”, irgendwo von unten. Neben mir steht ein grünhaariges weibliches Etwas und will mir ein Gespräch aufzwingen. Trotz ibuprofen-beschleunigten Kölsch im Kopf realisiere ich schnell: DAS würde ich morgen bereuen, ganz sicher. Das Gespräch kann ich trotzdem nicht vermeiden, je arroganter ich bin, desto toller findet sie das, so ist das mit 30, da dreht sich das Mann-Frau-Spiel schlagartig um… Weiterlesen

Command & Conquer – Red Alert 3

ra3[Aktueller Song: “Lady Jesus” von The Asteroids Galaxy Tour]

Zwei Tage mit meinem neuen Spiel “Command & Conquer – Red Alert 3″ und mir ist plötzlich klar, warum ich so selten Computer spiele: Das ist die blanke Lebenszeitvernichtung! Insofern wirklich nur was für Menschen, die echt nichts besseres zu tun haben. Obwohl ich das ja eigentlich schon habe…
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ES IST DAAAAA!

redalert3Am Wochenende war mir kurz langweilig. Und da dachte ich mir, dass es jetzt, wo der Winter naht, doch wieder einmal Zeit für mein jährliches Computerspiel wäre. Es gibt nur wenige Spiele, die ich gerne spiele, schließlich bin ich kein Gamer, Zocker oder sonst irgendwas Gesocksiges aus den Untiefen bundesdeutscher Kinderkeller.
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Verdammte PLUS-Supermärkte!

Turnschuh auf Waldboden, ein Fotokunstwerk ©xTown.net[Aktueller Song: “Don’t Look Back in Anger” von Oasis]

PLUS-Supermärkte sind ja ob ihrer Pennerquote ein absolutes Highlight des Einkaufslebens. Allerdings hat PLUS auch die besten Discounter-Produkte, wie ich finde, zwar etwas teurer als Aldi, Norma, Lidl und Co, aber die Tiefkühlpizza “Quattro Formaggi” im Doppelpack schlägt in Kombination mit den Sardellencréme-Oliven für 69 Cent die Dose einfach jede andere Discounter-Pizza. Hübsch designte Verpackungen lassen PLUS zum Edeldiscounter werden, doch die Designfreude hat auch ihre Schattenseiten: Während Aldi und Co. dem Kubismus fröhnen, dominieren bei PLUS runde Formen, die sich nur sehr schwer ohne Tasche transportieren lassen. Das ist doch frustrierend!
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Age-of-Empires-Experiment zur Völkerverständigung

[Aktueller Song: “The Message (feat. Mary J. Blige)” von Dr. Dre]

Computerspiele sind Zeitvertreib. Oder hohe Wissenschaft. So entpuppt sich das Spiel Age of Empires III perfekte Simulationsumgebung für soziale Brennpunkte oder den Pausenhof einer typischen, deutschen Innenstadt-Hauptschule. Alles, was es dazu braucht, sind zwei Rechner, eine funktionierende Netzwerkverbindung und zwei Spieler, die sich intellektuell ebenbürtig sind. Das intellektuelle Niveau hierbei ist irrelevant.

Man wählt also die Netzwerk-Option “Supremacy” oder, realitätsnäher, “Deathmatch” und simuliert das gemischte Bonn-Auerberg-Einzel: Russen gegen Türken.

Ein Spiel ist dabei eine Testreihe, mit deren Hilfe sich statistisch feststellen lässt, wer der beiden Immigrantengruppen auf dem Pausenhof die Oberhand gewinnen wird. Die Bedingungen sind streng wissenschaftlich, dabei jedoch höchst realitätsnah: Während die Russen gleich zehn Einheiten auf einmal mobilisieren können, die als Kanonenfutter die wirklich wichtigen Einheiten schützen, produzieren die Türken unkontrolliert im Minutentakt Nachwuchs, der sich schon früh mit viel Engagement in den Kampf stürzt. Zudem haben die Russen von Anfang an Schusswaffen und Kanonen, während die Türken vor allem mit ihren Messerstechern punkten können, um später mit MGs aufzukreuzen. Um den Nachschub an Einheiten zu gewährleisten, sind die Türken besonders fix im Abziehen von Rohstoffen, während die Russen lieber qualitätsverachtend billig einkaufen.

Wie im echten Leben eben.

Nach drei Stunden intensiver Studien wurde dabei festgestellt, dass Russen in der Schulhof-Schlacht-Simulationsumgebung knapp vor den Türken gewinnen. Immer. Weil die Türken einfach nicht so selbstverachtend in den Kampf ziehen. Die Schlüsse für deutsche Hauptschulen kann jetzt jeder selbst ziehen.