Von der Unattraktivität von Schlagern, die sich mit dem Internet befassen

Eben fand ich via Twitter das hier bei Youtube:

Ich war dann doch ein bisschen entsetzt: Die Band Eurocats? Mit dem Song “Surfen Multimedial”?? Bei der Grand Prix Vorentscheidung 1996??? WTF?!?!?! Der Song ist auf jeden Fall ganz hart an der Grenze des Erträglichen, die Choreo schlicht zum Kotzen. Was die Damen wohl heute machen? Die eine jedenfalls sieht aus wie der Wendler die Frau vom Wendler
Schlager über das Internet jedenfalls gehören verboten: Das Medium ist einfach zu schnelllebig, das schafft die sonst im Geldabräumen mit ebenso zeitgeistigen wie hirnrissig-fremdbeschämenden Billigstsongs so geschulte Musikindustrie (“Schnappi”, “Der bekloppte Frosch”, u.a.) nicht.

Nun ist es ja bekannt, dass der Schlager sich gerne popkulturelle Strömungen zueigen macht. So schnell konnte der Woodstock-Schlamm an Hippieachselbehaarung gar nicht trocknen, wie Zeitgeistspinner die Strömung für fesche Schlager aufsaugten. Und während die Ostermarschierer ’82 noch nach Hause trampten, hatte Ralf Siegel schon “Ein bisschen Frieden” komponiert. Dass Siegel diese mistige Popkultur-Anbiederung mit dem diesjährigen Grandprix-Beitrag für San Marino endgültig ins Groteske treibt, mag man ihm verzeihen, schlimmer sind sowieso die Wald und Wiesen-Schlagerkomponisten, die auf den Zug aufspringen und wie die großen Vorbilder schon veraltet sind, wenn sie erscheinen. Ich nenne diese Leute ja auch Keyboard-Proletariat und präsentiere hiermit proudly: “Chat im Net” von Udo Fels.