[Aktueller Song: "1234" von Feist]
Es hat schon etwas für sich, in einer islamisch befreiten Zone Deutschlands zu wohnen. Der allgegenwärtige Weihnachtskitsch hält sich hier massiv in Grenzen, die christliche Restbevölkerung fürchtet offenbar den langen Arm der Scharia in Deutschland. Steinigung als Strafe für nervig blinkende Weihnachtsbeleuchtung ist sicherlich eins der wenigen guten Dinge, die Deutschland vom Islam übernehmen könnte, vielleicht sogar als kleine, handliche Einschränkung des Artikels 4, Absatz 2 des Grundgesetzes:
Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet, solange sie nicht das ästhetische Empfinden der Gesamtbevölkerung verletzt.
Das würde sich auch positiv auf all die islamistischen Schleierträgerinnen und graue-Maus-Katholikinnen auswirken, die sich in jeder deutschen Großstadt herumtreiben. Weg damit!
Doch zurück zur islamisch befreiten Zone irgendwo in Deutschland: In der Morgendämmerung, mittags, nachmittags, abends und nach Einbruch der Nacht stehen hier kurz die Räder still, weil sich die Häupter gen Mekka neigen. Einsam blinkt eine Weihnachtsdeko im vierten Stock eines ungepflegten Altbaus. Der Imam predigt, kurz darauf verglüht auch das letzten blinkende Licht der deutschen Dhimmi-Religion in der enormen Explosion eines Sprengstoffgürtels. Der vierte Stock, seine Bewohner und das Weihnachtslicht sind Vergangenheit, denn Jesus war ein Prophet, mehr nicht. Da hat nichts zu blinken, das beleidigt den großen Religionsstifter doch nur.
Unten stehen einige Deutsche und klatschen Beifall. Die hier verbliebenen Menschen christlicher Konfession sind allesamt Öko-Kommunisten, die haben es ja auch nicht so mit Weihnachten und finden das echt super, dass “da mal jemand was gegen diese faschistische Weihnachtspropaganda unternimmt.” Derweil bereitet man sich mit einem schönen Gemüseeintopf aus biologischem Anbau auf das Wintersonnenwendfest vor, das haben ja schon die alten Kelten gefeiert, das waren edle Wilde. Und die Nazis, die waren nicht ganz so edel, aber das vergisst man dann gerne für die gute Sache. Das Gemüse wird freilich nur mit Kopftuch beim schmierigen türkischen Gemüsehändler im derangierten Altbau gekauft, aus Respekt vor der Religion des Friedens und aus Protest gegen die internationalen Großkonzerne, die Ausbeuter und Heuschrecken und den Klimawandel. Der türkische Gemüsehändler ist ja so nett und authentisch, auch wenn der sein Gemüse wie alle anderen auch beim Großmarkt kauft. Wenn es mal mehr als Gemüse sein soll, wird mit dem dreißig Jahre alten Citroen zum Lidl gefahren, auch wenn man weiß, dass Herr Lidl einer dieser Ausbeuter ist. Aber die haben ja immer so schöne Aktionsangebote und die Schokolade ist lecker.
Irgendwo in Spielplatznähe hat ein weiterer mutiger Frührentner in Feinripp und Ballonseide eine weihnachtliche Lichtdeko ins Fenster gehängt. Sofort greift eine engagierte Rotgefärbte mit praktischer Kurzhaarfrisur und handgearbeiteten Blechkreolen aus Nepal, nennen wir sie Claudia, zum letzten Mittel, dem Bürgerbegehren, befragt verschleierte Passantinnen zu ihrer Meinung zur aggressiven kirchlichen Infiltration ihrer Kinder. Die verschleierten Frauen laufen weg, sie dürfen nicht mit unverschleierten reden, die Rothaarige kreuzt ein weiteres “dagegen” an. Auf diese Weise sammelt sie tausende von Stimmen, bis auch der letzte Muslim im Viertel offizieller Weihnachtsgegner ist. Das Bürgerbegehren wird eingereicht und versandet in der Bürokratie, doch das war vorauszusehen, weshalb beim Imam vorgesprochen wird, verschleiert natürlich. Der lässt sich die Ringe küssen und schickt ein speziell für Anti-Christlicht-Einsätze ausgebildetes Sprengstoffkommando.
Abends erzählt die Rothaarige dann stolz bei einem Glas italienischem Rotwein, dass sie etwas für eine bessere Welt getan hat. Allerdings werde ihr die Gegend hier langsam zu gefährlich und so schlägt sie ihrem Lebensgefährten Uwe, der alte Sperrmüllmöbel für den neuen Einsatz in Studenten-WGs restauriert und damit gutes Geld verdient, doch besser in die Vororte zu ziehen. Das machen Claudia und Uwe dann auch, wegen der Kinder, die Schulen in der Gegend hier sind ja auch nicht mehr so gut mit ihrem Ausländeranteil, da ist es schon besser so. Wenig später kehrt wieder Ruhe ein in der islamisch befreiten Zone, denn den meisten Muslimen ist der Weihnachtsschmuck ohne Typen wie Claudia ja auch ziemlich egal.

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